Ich hab immer behauptet: man wird vom gemeinsamen Ikea-Besuch schwanger (deswegen war ich gestern nur alleine dort).
Gestern 11h Vormittag: mindestens die Hälfte der Frauen ist schwanger. Und man erkennt die Erstgebärenden sehr einfach: das etwas schüchterne, überforderte Sich-Fortbewegen. Das vorsichtige Tappen in einer fremden Welt. Eltern, die bereits Kinder haben, rasen durch Ikea, denn jede Minute ist kostbar. Eltern, deren Kind noch nicht geschlüpft ist, halten sich stundenlang auf. Das Töpfen-Begutachten und Meterwaren-Betatschen als Identititätsstiftung.
Und ich selber mittendrin, sehe die Blicke aus vager Furcht und großer Hoffnung, und will ihnen zurufen: fürchtet euch nicht! es wird viel schlimmer als ihr es euch ausmalt, aber auch viel wunderschöner!
Sonntag, 27. Februar 2011
Samstag, 12. Februar 2011
Das biedere Grauen
Am Donnerstag (wirklich erst vorgestern?) hab ich ein vom "Spiegel" empfohlenes Buch begonnen. In der Ubahn gelesen. Auf der Rolltreppe weitergelesen. Im Gang gelesen. Im Lift ins Büro gelesen. Am Abend in der Ubahn weitergelesen. Neben dem Abendessen gelesen. Den ganzen Abend durchgelesen. Um 23.45 ausgelesen.
Die vermeintliche Idylle in einem wohlhabenden Vorort von Hamburg. Pubertierende wohlstandsverwöhnte Teenies. Tai Chi und Feng Shui versessene Muttis. Ehrgeizige Väter, die sich selber beweihräuchern. Ein alkoholgetränkter Abend unter Teenagern, der entgleitet. Mißbrauch. Vertuschung. Mobbing. Die Mutter des Opfers ist hilflos. Der Vater des Täters will nur, daß der Sohn "begreift, wie schnell man sich ein ganzes Leben ruinieren kann" (S.163). Wohlgemerkt, das Leben des Täters. Nicht das des Opfers. Nur die krampfhafte Hoffnung, daß der Sohn sich jetzt doch bitte nicht die Chance auf den Oberarzt verdirbt.
Ein Gedanke am Rande: Ist doch interessant, diese obere-Mittelschichts-Angst vor der Globalisierung. Der permanente Wettbewerb. Lebensläufe bitte so glatt wie möglich. Und der Vater, der glaubt, er tut seinem Sohn einen Gefallen, indem er die ganze Sache unter den Teppich kehrt. Statt sich die Frage zu stellen, was hier schiefgelaufen ist und ob sein Sohn - der Täter - nicht ein ernsthaftes Problem hat.
"Er ist erleichtert, daß es vorbei ist unvergessen werden kann. Es ist ein gutes Gefühl, seinen Kindern ein guter Vater zu sein. Das gehört zu den Dingen, die wirklich wichtig sind im Leben, und darum zu kämpfen, wäre er jederzeit bereit. Nie würde er zulassen, daß man seinem Sohn schadet." (sensationell: hat sein Sohn nicht gerade jemand anderem geschadet?) und weiter: "Finn kann sich, und das weiß er ja auch, auf Christian verlassen, hundertprozentig. Nur in einer Atmosphähre von Vertrauen und Loyalität wachsen Kinder glücklich heran und werden zu aufrechten, erfolgreichen Menschen. Und nicht mehr und nicht weniger wünscht sich Christian Jensen für seinen Sohn, wie das ein jeder guter Vater täte." (S. 163/164.). Da rieselts mir wirklich eiskalt den Rücken hinunter. Was für eine sensationellen Autorin.
In welcher Atmosphäre wohl unsere Kinder heranwachsen? Werden wir es besser machen als die Eltern in dem Buch? Hoffentlich.
PS: Oups... ich wollte gerade den link von Amazon reinstellen, komm nun drauf, seit gestern, 11.2., gibts eine einstweilige Verfügung, weil sich eine Person in ihren Persönlichkeiterechten verletzt fühlt. Dh man kann das Buch dzt nicht kaufen. (http://www.kulturnews.de/knde/news.php?id=1681&artist=Tina%20Uebel)
Hier dann zumindest der Link zur Rezension: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,742313,00.html.
Die vermeintliche Idylle in einem wohlhabenden Vorort von Hamburg. Pubertierende wohlstandsverwöhnte Teenies. Tai Chi und Feng Shui versessene Muttis. Ehrgeizige Väter, die sich selber beweihräuchern. Ein alkoholgetränkter Abend unter Teenagern, der entgleitet. Mißbrauch. Vertuschung. Mobbing. Die Mutter des Opfers ist hilflos. Der Vater des Täters will nur, daß der Sohn "begreift, wie schnell man sich ein ganzes Leben ruinieren kann" (S.163). Wohlgemerkt, das Leben des Täters. Nicht das des Opfers. Nur die krampfhafte Hoffnung, daß der Sohn sich jetzt doch bitte nicht die Chance auf den Oberarzt verdirbt.
Ein Gedanke am Rande: Ist doch interessant, diese obere-Mittelschichts-Angst vor der Globalisierung. Der permanente Wettbewerb. Lebensläufe bitte so glatt wie möglich. Und der Vater, der glaubt, er tut seinem Sohn einen Gefallen, indem er die ganze Sache unter den Teppich kehrt. Statt sich die Frage zu stellen, was hier schiefgelaufen ist und ob sein Sohn - der Täter - nicht ein ernsthaftes Problem hat.
"Er ist erleichtert, daß es vorbei ist unvergessen werden kann. Es ist ein gutes Gefühl, seinen Kindern ein guter Vater zu sein. Das gehört zu den Dingen, die wirklich wichtig sind im Leben, und darum zu kämpfen, wäre er jederzeit bereit. Nie würde er zulassen, daß man seinem Sohn schadet." (sensationell: hat sein Sohn nicht gerade jemand anderem geschadet?) und weiter: "Finn kann sich, und das weiß er ja auch, auf Christian verlassen, hundertprozentig. Nur in einer Atmosphähre von Vertrauen und Loyalität wachsen Kinder glücklich heran und werden zu aufrechten, erfolgreichen Menschen. Und nicht mehr und nicht weniger wünscht sich Christian Jensen für seinen Sohn, wie das ein jeder guter Vater täte." (S. 163/164.). Da rieselts mir wirklich eiskalt den Rücken hinunter. Was für eine sensationellen Autorin.
In welcher Atmosphäre wohl unsere Kinder heranwachsen? Werden wir es besser machen als die Eltern in dem Buch? Hoffentlich.
PS: Oups... ich wollte gerade den link von Amazon reinstellen, komm nun drauf, seit gestern, 11.2., gibts eine einstweilige Verfügung, weil sich eine Person in ihren Persönlichkeiterechten verletzt fühlt. Dh man kann das Buch dzt nicht kaufen. (http://www.kulturnews.de/knde/news.php?id=1681&artist=Tina%20Uebel)
Hier dann zumindest der Link zur Rezension: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,742313,00.html.
Samstag, 5. Februar 2011
Paris, 1 Jahr später
Voriges jahr waren wir zum ersten mal mit unserer kleinen in paris. war super. nun, fast exakt ein jahr später, kommt die wiederholung. mittlerweile ist caroline fast 3. natürlich könnt ich nun hunderte anekdoten erzählen, von den japanischen touristinnen vor notre dame, die abwechselnd mit ihr posieren und von x freunden fotografiert werden (paparazzi feeling). oder davon, daß sie mir ein ganzes pain au chocolat weggefuttert hat und ein paar stunden danach die hälfte von christofs sündteurem magret de canard. oder daß sie begeistert ubahn gefahren ist (typisches stadtkind).
aber das alles ist ja für den mich nicht persönlich kennenden leser eher von marginalem interesse, und für die, die mich kennen, verspreche ich, mich kurzzufassen!
daher nur kurz die paris-erlebnisse etwas abstrahiert und in tipps verwandelt:
* unbedingt ein apartment mieten, kein hotelzimmer. kostet ca 120-150eur/nacht, aber man kann sich ja zb von paul (http://www.paul.fr/uk/magasins-visite.php) eine quiche zum mittagessen holen und spart dann wieder die kosten fürs restaurant. abgesehen davon ist natürlich unschlagbar, daß man die möglichkeit hat, sein kind jederzeit fürs mittagsschlaferl hinzulegen. oder daß man eine 2. schlafgelegenheit hat. unser apartment war 45m2 groß und hatte zusätzlich zum ehebett eine ausziehcouch im wohnzimmer.
* vom flughafen CDG gibts einen bus (http://www.aeroportsdeparis.fr/ADP/en-GB/Passagers/Access-maps-car-parks/Paris-CDG/Access/public-transport/), der direkt zu opéra, montparnasse etc fährt. sehr bequem! allerdings zumindest von terminal 3 aus sehr schwer zu finden (selbst für jemanden, der französisch spricht). aussagefähige schilder sind in frankreich wohl noch nicht erfunden.
* eher bus als ubahn fahren. in der ubahn unbedingt einen schmalen, leichten kinderwagen verwenden (die franzosen haben alle mclaren. selbst ein schmaler kinderwagen wie bugaboo ist für manche ausgänge fast grenzwertig).
* vor dem hotel de ville gibts ein karrusel. eine fahrt kostet zwar 2.50 für kind u nochmals 2.50 für erwachsenen, aber es dreht sich ewigkeiten und ist einfach ein erlebnis wert.
* von youtube einen kindertauglichen clip aufs smartphone hochladen. dann ist das kind beschäftigt, während man noch die letzten bissen vom mittagessen essen kann.
* selbst museen sind durchaus kleinkindfreundlich, zb waren wir im musée des arts décoratifs, dort gabs eine sonderausstellung zu kinderspielzeug.
* keine angst vor etwas teureren lokalen, bei angélina, meinem all-time favourite, waren sie irrsinnig lieb und bemüht. ok es hat durchaus geholfen, daß wir caro die letzten minuten mit "shaun das schaf" (siehe oben) ruhiggestellt haben.
* in den tuileries, jardin de luxembourg oder zb am place des vosges kann sich das kind so richtig auslaufen. oder vor dem platz vor notre dame frühmorgens.
* am sonntag lieber nicht ins marais, ist bumvoll und der bus fährt nicht durch, sondern einem umweg.
* einen lieben spielplatz gibts zb am place des vosges. interessanterweise ist da auf jedem gerät ein aufkleber, für welche altersklasse es zu verwenden ist, zb die rutsche war von 4-10. interessant.
* was wickelplätze betrifft, hab ich meine pariser freundin gefragt, was sie machen: die antwort: ja, es gibt keine wickelplätze in paris, weil es allgemein akzeptiert ist, daß man sein kind in der öffentlichkeit wickelt. na dann.
aber das alles ist ja für den mich nicht persönlich kennenden leser eher von marginalem interesse, und für die, die mich kennen, verspreche ich, mich kurzzufassen!
daher nur kurz die paris-erlebnisse etwas abstrahiert und in tipps verwandelt:
* unbedingt ein apartment mieten, kein hotelzimmer. kostet ca 120-150eur/nacht, aber man kann sich ja zb von paul (http://www.paul.fr/uk/magasins-visite.php) eine quiche zum mittagessen holen und spart dann wieder die kosten fürs restaurant. abgesehen davon ist natürlich unschlagbar, daß man die möglichkeit hat, sein kind jederzeit fürs mittagsschlaferl hinzulegen. oder daß man eine 2. schlafgelegenheit hat. unser apartment war 45m2 groß und hatte zusätzlich zum ehebett eine ausziehcouch im wohnzimmer.
* vom flughafen CDG gibts einen bus (http://www.aeroportsdeparis.fr/ADP/en-GB/Passagers/Access-maps-car-parks/Paris-CDG/Access/public-transport/), der direkt zu opéra, montparnasse etc fährt. sehr bequem! allerdings zumindest von terminal 3 aus sehr schwer zu finden (selbst für jemanden, der französisch spricht). aussagefähige schilder sind in frankreich wohl noch nicht erfunden.
* eher bus als ubahn fahren. in der ubahn unbedingt einen schmalen, leichten kinderwagen verwenden (die franzosen haben alle mclaren. selbst ein schmaler kinderwagen wie bugaboo ist für manche ausgänge fast grenzwertig).
* vor dem hotel de ville gibts ein karrusel. eine fahrt kostet zwar 2.50 für kind u nochmals 2.50 für erwachsenen, aber es dreht sich ewigkeiten und ist einfach ein erlebnis wert.
* von youtube einen kindertauglichen clip aufs smartphone hochladen. dann ist das kind beschäftigt, während man noch die letzten bissen vom mittagessen essen kann.
* selbst museen sind durchaus kleinkindfreundlich, zb waren wir im musée des arts décoratifs, dort gabs eine sonderausstellung zu kinderspielzeug.
* keine angst vor etwas teureren lokalen, bei angélina, meinem all-time favourite, waren sie irrsinnig lieb und bemüht. ok es hat durchaus geholfen, daß wir caro die letzten minuten mit "shaun das schaf" (siehe oben) ruhiggestellt haben.
* in den tuileries, jardin de luxembourg oder zb am place des vosges kann sich das kind so richtig auslaufen. oder vor dem platz vor notre dame frühmorgens.
* am sonntag lieber nicht ins marais, ist bumvoll und der bus fährt nicht durch, sondern einem umweg.
* einen lieben spielplatz gibts zb am place des vosges. interessanterweise ist da auf jedem gerät ein aufkleber, für welche altersklasse es zu verwenden ist, zb die rutsche war von 4-10. interessant.
* was wickelplätze betrifft, hab ich meine pariser freundin gefragt, was sie machen: die antwort: ja, es gibt keine wickelplätze in paris, weil es allgemein akzeptiert ist, daß man sein kind in der öffentlichkeit wickelt. na dann.
Abonnieren
Posts (Atom)