Samstag, 15. Januar 2011

Scham

Samstag Nachmittag, die Sonne scheint durchs (schmutzige) Fenster, und ich lieg am Sofa und verschlinge ein Buch (http://www.amazon.de/Debutante-Kathleen-Tessaro/dp/0007215401/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1295112639&sr=8-1). Spannend, romantisch, etc, nur leider, das Ende, vor allem das Nachwort, hat mich so derartig erschüttert, daß ich statt erholt nun eher gerädert bin.
In der Familie der Queen Mom (http://www.guardian.co.uk/uk/2002/apr/01/queenmother.monarchy) wurden in Summe 5 Nichten (aus 2 Familien) in psychiatrische Kliniken eingesperrt und quasi vergessen. Bei einer Nichte trug sogar die staatliche Organisation NHS die laufenden Kosten. Eine andere bekam (auf Kosten des Staates) ein Armengrab. Und im offiziellen Adelsregister hieß laut Information der Familie, daß eine 1940 starb, eine andere 1961, obwohl beide zu dem Zeitpunkt noch lebten. Eine der 5 lebt angeblich immer noch (http://en.wikipedia.org/wiki/Katherine_Bowes-Lyon).
Man kann in niemanden hineinsehen. Und ich will niemanden aburteilen. Und ich weiß auch nicht, wie akkurat die Informationen sind. Aber: Erstens wie schmal ist der Grat zwischen Normalität und Behinderung. Zweitens: wie kann man sein Kind für tot erklären lassen? Und drittens: wie kann eine der reichsten Familien Englands ihre Verwandtschaft durch das staatliche System finanzieren lassen?
Ein anderes Buch, das ich in diesem Kontext hier ans Herz legen will:
Irre, wir behandeln die Falschen, unser Problem sind die Normalen. von Manfred Lütz.
http://www.amazon.de/Irre-behandeln-Falschen-Normalen-Seelenkunde/dp/3579068792/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1295112841&sr=8-1-catcorr
So. Dieser heutige Beitrag hat eigentlich nichts mit Baby etc zu tun. Aber es lag mir am Herzen. Und wozu sonst ist ein Blog da?

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