Freitag, 31. Dezember 2010

Horoskop 2011 für Eltern

Liebe: auch im neuen Jahr wird Ihnen Ihr Liebling unvergessene Stunden bescheren, sei es das erste Lächeln des Tages oder die Freude, wenn Sie von der Arbeit nachhausekommen (sofern Sie nicht wieder Überstunden machen und Ihr Kind schon schläft). Besonders der Sommer bietet einen Höhepunkt an Nähe und Intimität (vor allem, wenn der Kindergarten geschlossen ist).
Gesundheit: 2011 wird genauso wie 2010 ein Jahr der Auf und Abs. Schlafentzug, Kindergartenviren und Frustrationen über plötzliche Kinderkrankheiten 24h vor Urlaubsbeginn werden Sie besonders in der ersten Jahreshälfte auf Trab halten. Doch in der 2. Jahreshälfte zeigt sich Erholung, bis es dann zu Jahresende wieder einen Enspurt Richtung Virenmaximierung gibt. Kopf hoch! Auch das geht vorbei.
Finanzen: Nach den extremen Ausgaben der ersten Lebensjahren zeichnet sich 2011 nun langsam Erholung ab. Doch Vorsicht bei den Aufgaben für Sommerkleidchen und schicken Winterjäckchen für die Mädls oder Bikerjacken für die Boys.

Samstag, 18. Dezember 2010

Der Kampf um den Busen

Vor einigen Tagen las ich in einer Tageszeitung einen Artikel übers Stillen. Damals: kein einziger Kommentar. Heute: 102. And counting. Dass dieses Thema immer wieder so derartig polarisieren kann, finde ich faszinierend. Aber Gott sei Dank auch ein paar Kommentare, wo man KEINE Magenschmerzen bekommt.

Hier das Spektrum:

"...solche Frauen sollen allein bleiben, keine Beziehung eingehen, keine Nähe zulassen. "

"...Mich würde interessieren warum besagte Frau nicht stillen wollte. "

"...Ich will darauf hinaus, dass Mütter die nicht stillen WOLLEN, Ihren Kindern einen wesentlichen Entwicklungsschritt zur Abnabelung vom mütterlichen Körper (in dem sie ja bekanntlich während der Schwangerschaft heranwachsen) einfach vorenthalten"

"...Nein, die Flaschenmuttis sind die Puppenmuttis. Die fühlen sich beim Flaschimachen wie eine brave Mutti."

"...ich würds dem kind gönnen. so eine innige beziehung hat man nie mehr! "

"...Arme Frauen. Nicht nur die Männer sind die bösen Feinde, auch die Babies und ganz generell die Natur. "

"...Was die Autorin...... für einen Gleichberechtigungskomplex hat ist schon sensationell. "

aber auch:
"Stillen oder nicht Stillen soll sich jede Mutter natürlich selbst überlegen,"

"...Deiner Meinung nach sind Mütter, die nicht stillen wollen oder können, Rabenmütter, die ihrem Kind ungesundes Essen aufzwingen und ihm keine Liebe geben."

"...von mir aus gerne jede so wie sie eben kann und will. man muss sich ja nicht in die intimsten u innigsten beziehungen wie die mutter-kind-beziehung einmischen."

"...da gehts nicht drum, die männer als böse darzustellen, sondern den druck von den frauen zu nehmen, dass sie schlechte mütter seien, wenn sie nicht stillen würden. für die einen ist es die innigste bindung überhaupt, für die anderen ist es eine tortur, soll doch jede selbst entscheiden! "


http://diestandard.at/1291454782536/Mein-Busen-gehoert-mir

Samstag, 11. Dezember 2010

Auch Väter haben ein schlechtes Gewissen

Zwar schon etwas älter, aber trotzdem interessant: http://www.faz.net/s/Rub92160DB6543F4FC49FEE241024D541A0/Doc~E788DAC1F4C0141FCAB9E43FFD1398AB7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

"...Väter negative Konsequenzen fürchten, wenn sie in ihrem Unternehmen familienfreundliche Angebote nutzen, also zum Beispiel Teilzeit beantragen oder eine längere Elternzeit nehmen" [...]

"...Die Väter erleben in dieser Hinsicht einen nicht geringen Konflikt: Denn zugleich waren etwa 95 Prozent der Ansicht, dass unter ihren beruflichen Anforderungen die Beziehung zu ihrer Partnerin häufig oder manchmal leide; mehr als 80 Prozent gaben an, dass sie ihren eigenen Ansprüchen an die Vaterrolle nicht gerecht würden, weil sie so stark eingespannt seien. Diejenigen, denen es nicht ausreicht, nur am späten Abend und am Wochenende Väter zu sein, sind deutlich in der Mehrheit. Nicht nur Mütter, auch Väter haben - und das fand bisher wenig Beachtung - ein schlechtes Gewissen. Sie nehmen dabei die Bedürfnisse ihres Nachwuchses deutlich wahr: Denn auch 84 Prozent der Kinder wünschen sich nach Angaben einer neuen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mehr Zeit mit ihren Vätern." [...]

"...deutlich, dass sich zwischen 1998 und 2008 die Rangordnung der Lebensbereiche verändert hat. Die Bedeutung der Arbeit als wichtiger Lebensbereich für Männer nahm in diesem Zeitraum ab, bei Frauen nahm sie zu. Die Bedeutung von Freunden und Freizeit holte bei den Männern auf, die Familie blieb bei beiden Geschlechtern an erster Stelle." [...]

"... So hielten nach einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Sinus Sociovision 35 Prozent von 3000 befragten Männern und Frauen (kinderlose wie solche mit Kindern) es für ideal, dass in einer Familie sich Mann und Frau etwa zu gleichen Teilen um häusliche Aufgaben kümmern und etwa gleich viel arbeiten" [...]

So, genug food for thought. Schönes Wochenende.

Die Gretchenfrage: wieviele Fernseher?

Samstag Vormittag, ich bin zu gaga, um mir die Zeitung vor der Wohnungstür zu holen und surfe im Internet. Hat weniger mit dem feuchtfröhlichen Abend mit Freunden zu tun (ok, den Whisky am Schluß hätten wir weglassen können), sondern mit dem Fakt, daß die Kleine von 3-5h Früh quasi durchgebrüllt hat, ohne uns aber sagen zu können, was los ist. Ich hab schon verzweifelt das Handbuch der Kinderkrankheiten durchforstet (Mittelohrentzündung? Magendurchbruch? Blinddarmreizung?) und war kurz davor, mit ihr ins Spital zu fahren. Aber eine banale Wärmeflasche hat letztlich Wunder gewirkt und gerade steht sie neben mir und unterhält sich mit ihrem Stoffhund. Anyway, mein Hirn ist heut nicht so ganz auf Hochtouren.
Deswegen grüble ich noch immer darüber, wieviele Kinder wirklich unter folgende Kategorie fallen: "hat akademisch gebildete Eltern und lebt in einem Haushalt ohne Fernseher, aber mit zwei Autos und ebenso vielen Handys".Weiteres: "Auch die Arbeitssituation der Eltern wurde erhoben. Die besten [PISA] Ergebnisse erzielten Haushalte, in denen der Vater Vollzeit und die Mutter Teilzeit arbeitete."


Interessant, wie der PISA-Erfolg mit dem Handy zusammenhängt.
Und wieviele Leute gibt es wirklich, die keinen Fernseher haben?

Aber was mich schon nachdenklich macht, ist daß in welchem Ausmaß es die sogenannten bildungsfernen Schichten gibt (und vor allem wie sie ausgeprägt sind) - denn gäbe es sie nicht in der Form, könnte man ja kein statistisches Profil daraus entwickeln...

"Der schlechteste PISA-Schüler ist ein männlicher Migrant erster Generation, dessen Eltern nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen und in dessen Haushalt zahlreiche Fernseher, aber keine Bücher stehen. Sein Vater arbeitet Teilzeit, die Mutter ist arbeitslos. Autos sind ebenso wie Computer keine vorhanden, auch kein eigener Raum mit Bad oder Dusche. All diese Detailauswertungen zeigen, dass der familiäre und sozioökonomische Hintergrund einen wesentlichen Einfluss auf die Testergebnisse hat."

Lese ich das richtig? Das Familieneinkommen wird erbracht durch 1 Teilzeitkraft? Es gibt kein Badezimmer? Das ist ja unglaublich. Da kann man sich wohl wirklich nichts leisten, muß sich mit den 3 Fernsehern zudröhnen und spart wahrscheinlich gerade an den Dingen, die die Bildung ankurbeln wurden.
Aber ist das nicht trotzdem schockierend und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft?


PS hier der ganze Artikel: http://diepresse.com/home/bildung/schule/617466/PISASieger_Weiblich-und-ohne-TV?_vl_backlink=/home/bildung/schule/612554/index.do&direct=612554

Montag, 6. Dezember 2010

Zur Abwechslung...

Um den Blog nicht dauernd zu Schimpfkanonaden zu mißbrauchen, hier auch einmal etwas Witziges:

http://sueddeutsche.de/leben/die-muetter-der-promis-ganz-die-mama-1.450345

So, und jetzt hol ich meinem Ehemann endlich sein Nikolosackerl, das ich schon seit 2 Tagen in der Handtasche versteckt hab.

Nikolo der Kinderschreck

Na Gott sei Dank geht unsere Tochter in einen katholischen Kindergarten (nicht weil wir so religiös wären, sondern weil daran angeschlossen eine Volksschule mit Nachmittagsbetreuung ist, man denkt ja voraus...). Denn so käme sie theoretisch in den Genuß, DOCH den Nikolo zu erleben. Denn, um die Tageszeitung "die Presse" zu zitieren: "Eine Koalition aus ängstlichen Eltern und übervorsichtigen Pädagogen fürchtet, dass sich Kinder vor einem Besuch des Heiligen mit dem weißen Bart fürchten könnten. Und schickt damit einen alten Brauch ins Ausgedinge." (http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/615882/Die-Angst-der-Eltern-vor-dem-Nikolaus?_vl_backlink=/home/index.do)

Leider ist der Genuß für Caroline doch nur ein theoretischer. Denn seit heute Abend hat sie Fieber. Ich nehme an, das ist weder Angst noch Vorfreude, sondern schlicht und einfach eine Grippe. Die Arme. Gute Nacht, Schatzi, schlaf gut. Und Ihr Nikolo-Phobiker: take it easy...