Normalerweise halte ich mich ja für einen durchaus lernfähigen Menschen, aber wieso ich geglaubt habe, am Samstagnachmittag mit Kind im Schlepptau kurz bei P&C reinschauen zu können, obwohl es vor ein paar Monaten schon mal im Desaster geendet hat, weiß ich nun im Nachhinein echt nicht mehr. Kurz angemerkt, es liegt nicht am Personal von P&C. Sondern an meine Tochter, die wohl noch nicht gern shoppt.
Wir drehen eine rasche Runde. An der Hand will sie nicht gehen. Also auf den Arm nehmen. Ok immerhin kann ich einen Blick erhaschen auf die Herbstmode.
Wir landen bei den Accessoires. Das Gürtel-Aussuchen sieht dann wie folgt aus. Ich STRAMPEL suche die richtige KREISCH Größe aus dem KREISCH KREISCH Ständer, halte mir den KREISCH Gürtel um die KREISCH Taille KREISCHKREISCHKREEEEEEEEEEEEEEEEEISCH, stelle Caro ab und versuche, sie im linken Arm zu halten KREISCH, während ich gleichzeitig glaube, mir beweisen zu können, daß man sich mit einer einzigen Hand einen Gürtel um die Taille wickeln kann. Ach ja, das KREISCH KREISCH 10cm von meinem Ohr entfernt habe ich beschlossen zu OK ES GEHT NICHT MIR REICHTS ICH STELL SIE AUF DEN BODEN AB und hole die Trinkflasche aus der Tasche. Die Kleine rafft die Flasche... und rast voller Begeisterung in Richtung Handtaschen. Ich hinterher, den Gürtel in der Hand.
Neuer Anlauf: Ich weiß, Caro ist fasziniert von ihrer eigenen Grimasse. Ich parke sie vor einem Spiegel, der nur 2m von der Gürtelreihe entfernt ist. Da steht sie nun, hat die Flasche im Mund wie ein Popstar das Mikro und kreischt begeistert (aber großer Fortschritt: kreisch statt KREISCH, immerhin). Ich versuche, mein schlechtes Gewissen ob Caros Lautstärke mit meiner Skepsis hinsichtlich ihrer voraussichtlichen Verweildauer vor dem Spiegel und der Hoffnung, nun vielleicht doch einen Gürtel zu finden, in Einklang zu bringen. Keine Chance.
Dritte Variante: ich zeige ihr andere Kinder, nur ein paar Meter entfernt, die total brav im Kinderwagen sitzen. Das endet damit, daß sie in die Kinderwägen schaut und versucht, an Baby oder Schmusedecke zu ziehen.
Vierter Anlauf: eine mutige (wahrscheinlich taube oder masochistische) Verkäuferin wagt sich in meine Nähe und fragt, ob sie helfen kann. Ich meine, wenn sie das Kind beaufsichtigt, suche ich die Gürtel aus, einen hätte ich ja immerhin schon (der einarmig anprobierte, bin gespannt, ob ich total danebenliege oder nicht). Das Problem bei dieser Lösung: was, wenn die Verkäuferin auch nur eine Zehntelsekunde durch einen anderen Kunden abgelenkt wird? Dann ist die Kleine futsch.
Fazit: ich kaufe 2 Gürtel, die aber jetzt noch unausgepackt herumliegen, weil ich total ko bin. Und nun verstehe ich, warum es Versandhäuser gibt.
Samstag, 31. Juli 2010
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