Dienstag, 23. März 2010

Fruchtbare Französinnen


Vorige Woche war ich auf dem Klassentreffen meiner alten Uni in Paris.

Wie die Situation bei einem Klassentreffen in Österreich oder Deutschland wäre, bei einem Durchschnittsalter von 35-38, ist klar:
wahrscheinlich hätten 2/3 ein Kind, eines oder zwei. Vielleicht gäbs eine Exotin mit 3 oder 4 Kindern. Der Rest hätte keines. Und die Mütter wären zuhause oder höchstens 15h/Woche im Job.


Und wie sah's in Frankreich aus?
* Die einzigen, die nur 1 Kind hatten, waren meine österreichische Kollegin und ich. Meine französischen KollegInnen hatte mindestens 2 (loser), meistens 3 (na bitte), und es gab gar nicht so wenige mit 4! Und es gab einige, die durchaus noch mit dem Gedanken spielen, ein weiteres Kind zu bekommen...
* Die KollegInnen haben schon früher mit dem Kinderkriegen begonnnen. Mit Ende 30 bereits ein 10 Jahre altes Kind zu haben ist keine Seltenheit.
* Alle Mütter waren full-time berufstätig, u.a. auch in Jobs wie Unternehmensberatung.
* Kleine Kinder wurden von (offiziell angestellten, zertifizierten) Tagesmüttern betreut - 2 Kinder pro Tagesmutter. Und die Kosten für die Kinderbetreuung konnte man absetzen...
* Als ich meine 2jährige Tochter erwähnte, wurde angenommen, dass ich berufstätig bin. Es hätte niemand hinterfragt, ob ich eine gute Mutter bin, weil ich 5 Monate nach der Geburt wieder arbeiten gegangen bin. Im Gegenteil, das war eher der Normalfall.


Ich will nun nicht behaupten, dass das Sample repräsentativ war, aber immerhin: selbst die Statistiken bestätigen: die Französinnen haben die höchste Fruchtbarkeitsrate in ganz Europa... (2.1 Kinder / Frau; zum Vergleich: Österreich und Deutschland: 1.3).

Vielleicht weil für sie der Umstieg von "keine Kinder" auf "Kinder" weniger brutal ist - weder emotional noch finanziell - und sie daher eher den Mut dazu haben?

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