Vorige Woche war ich auf dem Klassentreffen meiner alten Uni in Paris.
Wie die Situation bei einem Klassentreffen in Österreich oder Deutschland wäre, bei einem Durchschnittsalter von 35-38, ist klar:
wahrscheinlich hätten 2/3 ein Kind, eines oder zwei. Vielleicht gäbs eine Exotin mit 3 oder 4 Kindern. Der Rest hätte keines. Und die Mütter wären zuhause oder höchstens 15h/Woche im Job.
Und wie sah's in Frankreich aus?
* Die einzigen, die nur 1 Kind hatten, waren meine österreichische Kollegin und ich. Meine französischen KollegInnen hatte mindestens 2 (loser), meistens 3 (na bitte), und es gab gar nicht so wenige mit 4! Und es gab einige, die durchaus noch mit dem Gedanken spielen, ein weiteres Kind zu bekommen...
* Die KollegInnen haben schon früher mit dem Kinderkriegen begonnnen. Mit Ende 30 bereits ein 10 Jahre altes Kind zu haben ist keine Seltenheit.
* Alle Mütter waren full-time berufstätig, u.a. auch in Jobs wie Unternehmensberatung.
* Kleine Kinder wurden von (offiziell angestellten, zertifizierten) Tagesmüttern betreut - 2 Kinder pro Tagesmutter. Und die Kosten für die Kinderbetreuung konnte man absetzen...
* Als ich meine 2jährige Tochter erwähnte, wurde angenommen, dass ich berufstätig bin. Es hätte niemand hinterfragt, ob ich eine gute Mutter bin, weil ich 5 Monate nach der Geburt wieder arbeiten gegangen bin. Im Gegenteil, das war eher der Normalfall.
Ich will nun nicht behaupten, dass das Sample repräsentativ war, aber immerhin: selbst die Statistiken bestätigen: die Französinnen haben die höchste Fruchtbarkeitsrate in ganz Europa... (2.1 Kinder / Frau; zum Vergleich: Österreich und Deutschland: 1.3).
Vielleicht weil für sie der Umstieg von "keine Kinder" auf "Kinder" weniger brutal ist - weder emotional noch finanziell - und sie daher eher den Mut dazu haben?
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