Freitag, 31. Dezember 2010

Horoskop 2011 für Eltern

Liebe: auch im neuen Jahr wird Ihnen Ihr Liebling unvergessene Stunden bescheren, sei es das erste Lächeln des Tages oder die Freude, wenn Sie von der Arbeit nachhausekommen (sofern Sie nicht wieder Überstunden machen und Ihr Kind schon schläft). Besonders der Sommer bietet einen Höhepunkt an Nähe und Intimität (vor allem, wenn der Kindergarten geschlossen ist).
Gesundheit: 2011 wird genauso wie 2010 ein Jahr der Auf und Abs. Schlafentzug, Kindergartenviren und Frustrationen über plötzliche Kinderkrankheiten 24h vor Urlaubsbeginn werden Sie besonders in der ersten Jahreshälfte auf Trab halten. Doch in der 2. Jahreshälfte zeigt sich Erholung, bis es dann zu Jahresende wieder einen Enspurt Richtung Virenmaximierung gibt. Kopf hoch! Auch das geht vorbei.
Finanzen: Nach den extremen Ausgaben der ersten Lebensjahren zeichnet sich 2011 nun langsam Erholung ab. Doch Vorsicht bei den Aufgaben für Sommerkleidchen und schicken Winterjäckchen für die Mädls oder Bikerjacken für die Boys.

Samstag, 18. Dezember 2010

Der Kampf um den Busen

Vor einigen Tagen las ich in einer Tageszeitung einen Artikel übers Stillen. Damals: kein einziger Kommentar. Heute: 102. And counting. Dass dieses Thema immer wieder so derartig polarisieren kann, finde ich faszinierend. Aber Gott sei Dank auch ein paar Kommentare, wo man KEINE Magenschmerzen bekommt.

Hier das Spektrum:

"...solche Frauen sollen allein bleiben, keine Beziehung eingehen, keine Nähe zulassen. "

"...Mich würde interessieren warum besagte Frau nicht stillen wollte. "

"...Ich will darauf hinaus, dass Mütter die nicht stillen WOLLEN, Ihren Kindern einen wesentlichen Entwicklungsschritt zur Abnabelung vom mütterlichen Körper (in dem sie ja bekanntlich während der Schwangerschaft heranwachsen) einfach vorenthalten"

"...Nein, die Flaschenmuttis sind die Puppenmuttis. Die fühlen sich beim Flaschimachen wie eine brave Mutti."

"...ich würds dem kind gönnen. so eine innige beziehung hat man nie mehr! "

"...Arme Frauen. Nicht nur die Männer sind die bösen Feinde, auch die Babies und ganz generell die Natur. "

"...Was die Autorin...... für einen Gleichberechtigungskomplex hat ist schon sensationell. "

aber auch:
"Stillen oder nicht Stillen soll sich jede Mutter natürlich selbst überlegen,"

"...Deiner Meinung nach sind Mütter, die nicht stillen wollen oder können, Rabenmütter, die ihrem Kind ungesundes Essen aufzwingen und ihm keine Liebe geben."

"...von mir aus gerne jede so wie sie eben kann und will. man muss sich ja nicht in die intimsten u innigsten beziehungen wie die mutter-kind-beziehung einmischen."

"...da gehts nicht drum, die männer als böse darzustellen, sondern den druck von den frauen zu nehmen, dass sie schlechte mütter seien, wenn sie nicht stillen würden. für die einen ist es die innigste bindung überhaupt, für die anderen ist es eine tortur, soll doch jede selbst entscheiden! "


http://diestandard.at/1291454782536/Mein-Busen-gehoert-mir

Samstag, 11. Dezember 2010

Auch Väter haben ein schlechtes Gewissen

Zwar schon etwas älter, aber trotzdem interessant: http://www.faz.net/s/Rub92160DB6543F4FC49FEE241024D541A0/Doc~E788DAC1F4C0141FCAB9E43FFD1398AB7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

"...Väter negative Konsequenzen fürchten, wenn sie in ihrem Unternehmen familienfreundliche Angebote nutzen, also zum Beispiel Teilzeit beantragen oder eine längere Elternzeit nehmen" [...]

"...Die Väter erleben in dieser Hinsicht einen nicht geringen Konflikt: Denn zugleich waren etwa 95 Prozent der Ansicht, dass unter ihren beruflichen Anforderungen die Beziehung zu ihrer Partnerin häufig oder manchmal leide; mehr als 80 Prozent gaben an, dass sie ihren eigenen Ansprüchen an die Vaterrolle nicht gerecht würden, weil sie so stark eingespannt seien. Diejenigen, denen es nicht ausreicht, nur am späten Abend und am Wochenende Väter zu sein, sind deutlich in der Mehrheit. Nicht nur Mütter, auch Väter haben - und das fand bisher wenig Beachtung - ein schlechtes Gewissen. Sie nehmen dabei die Bedürfnisse ihres Nachwuchses deutlich wahr: Denn auch 84 Prozent der Kinder wünschen sich nach Angaben einer neuen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mehr Zeit mit ihren Vätern." [...]

"...deutlich, dass sich zwischen 1998 und 2008 die Rangordnung der Lebensbereiche verändert hat. Die Bedeutung der Arbeit als wichtiger Lebensbereich für Männer nahm in diesem Zeitraum ab, bei Frauen nahm sie zu. Die Bedeutung von Freunden und Freizeit holte bei den Männern auf, die Familie blieb bei beiden Geschlechtern an erster Stelle." [...]

"... So hielten nach einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Sinus Sociovision 35 Prozent von 3000 befragten Männern und Frauen (kinderlose wie solche mit Kindern) es für ideal, dass in einer Familie sich Mann und Frau etwa zu gleichen Teilen um häusliche Aufgaben kümmern und etwa gleich viel arbeiten" [...]

So, genug food for thought. Schönes Wochenende.

Die Gretchenfrage: wieviele Fernseher?

Samstag Vormittag, ich bin zu gaga, um mir die Zeitung vor der Wohnungstür zu holen und surfe im Internet. Hat weniger mit dem feuchtfröhlichen Abend mit Freunden zu tun (ok, den Whisky am Schluß hätten wir weglassen können), sondern mit dem Fakt, daß die Kleine von 3-5h Früh quasi durchgebrüllt hat, ohne uns aber sagen zu können, was los ist. Ich hab schon verzweifelt das Handbuch der Kinderkrankheiten durchforstet (Mittelohrentzündung? Magendurchbruch? Blinddarmreizung?) und war kurz davor, mit ihr ins Spital zu fahren. Aber eine banale Wärmeflasche hat letztlich Wunder gewirkt und gerade steht sie neben mir und unterhält sich mit ihrem Stoffhund. Anyway, mein Hirn ist heut nicht so ganz auf Hochtouren.
Deswegen grüble ich noch immer darüber, wieviele Kinder wirklich unter folgende Kategorie fallen: "hat akademisch gebildete Eltern und lebt in einem Haushalt ohne Fernseher, aber mit zwei Autos und ebenso vielen Handys".Weiteres: "Auch die Arbeitssituation der Eltern wurde erhoben. Die besten [PISA] Ergebnisse erzielten Haushalte, in denen der Vater Vollzeit und die Mutter Teilzeit arbeitete."


Interessant, wie der PISA-Erfolg mit dem Handy zusammenhängt.
Und wieviele Leute gibt es wirklich, die keinen Fernseher haben?

Aber was mich schon nachdenklich macht, ist daß in welchem Ausmaß es die sogenannten bildungsfernen Schichten gibt (und vor allem wie sie ausgeprägt sind) - denn gäbe es sie nicht in der Form, könnte man ja kein statistisches Profil daraus entwickeln...

"Der schlechteste PISA-Schüler ist ein männlicher Migrant erster Generation, dessen Eltern nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen und in dessen Haushalt zahlreiche Fernseher, aber keine Bücher stehen. Sein Vater arbeitet Teilzeit, die Mutter ist arbeitslos. Autos sind ebenso wie Computer keine vorhanden, auch kein eigener Raum mit Bad oder Dusche. All diese Detailauswertungen zeigen, dass der familiäre und sozioökonomische Hintergrund einen wesentlichen Einfluss auf die Testergebnisse hat."

Lese ich das richtig? Das Familieneinkommen wird erbracht durch 1 Teilzeitkraft? Es gibt kein Badezimmer? Das ist ja unglaublich. Da kann man sich wohl wirklich nichts leisten, muß sich mit den 3 Fernsehern zudröhnen und spart wahrscheinlich gerade an den Dingen, die die Bildung ankurbeln wurden.
Aber ist das nicht trotzdem schockierend und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft?


PS hier der ganze Artikel: http://diepresse.com/home/bildung/schule/617466/PISASieger_Weiblich-und-ohne-TV?_vl_backlink=/home/bildung/schule/612554/index.do&direct=612554

Montag, 6. Dezember 2010

Zur Abwechslung...

Um den Blog nicht dauernd zu Schimpfkanonaden zu mißbrauchen, hier auch einmal etwas Witziges:

http://sueddeutsche.de/leben/die-muetter-der-promis-ganz-die-mama-1.450345

So, und jetzt hol ich meinem Ehemann endlich sein Nikolosackerl, das ich schon seit 2 Tagen in der Handtasche versteckt hab.

Nikolo der Kinderschreck

Na Gott sei Dank geht unsere Tochter in einen katholischen Kindergarten (nicht weil wir so religiös wären, sondern weil daran angeschlossen eine Volksschule mit Nachmittagsbetreuung ist, man denkt ja voraus...). Denn so käme sie theoretisch in den Genuß, DOCH den Nikolo zu erleben. Denn, um die Tageszeitung "die Presse" zu zitieren: "Eine Koalition aus ängstlichen Eltern und übervorsichtigen Pädagogen fürchtet, dass sich Kinder vor einem Besuch des Heiligen mit dem weißen Bart fürchten könnten. Und schickt damit einen alten Brauch ins Ausgedinge." (http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/615882/Die-Angst-der-Eltern-vor-dem-Nikolaus?_vl_backlink=/home/index.do)

Leider ist der Genuß für Caroline doch nur ein theoretischer. Denn seit heute Abend hat sie Fieber. Ich nehme an, das ist weder Angst noch Vorfreude, sondern schlicht und einfach eine Grippe. Die Arme. Gute Nacht, Schatzi, schlaf gut. Und Ihr Nikolo-Phobiker: take it easy...

Sonntag, 28. November 2010

Herausforderungen

In den ersten Monaten mit Baby dachte ich immer, wie können es andere Eltern WAGEN, mir vor der ach so anstrengenden Zeit mit ihren Kleinkindern vorzujammern? Meiner damaligen Meinung nach war nicht vergleichbar mit den ersten paar Wochen.
Hmm. Letztens hab ich mich dabei ertappt, einem frischgebackenen Papa vorzujammern.

Ich muß zugeben, es ist NOCH IMMER anstrengend.

Bei einem Neugeborenen macht man sich Sorgen, ob man dem Kind körperlichen Schaden zufügt.
Bei einem Kleinkind macht man sich Sorgen, ob man dem Kind psychischen Schaden zufügt.

Was macht man, wenn das Kind nach 4 Wochen Kindergarten-Eingewöhnung noch immer weint....
...während des Laternenfests so laut brüllt, daß es 100 singende Kinder übertönt...
...beim geringsten Eingriff in die persönliche Freiheit ein Geschrei losläßt, das ihm nun familienintern den Spitznamen "Maria Callas" eingebracht hat...
...wenn das Kind ein solches Ausmaß an Frust, Zorn und Hilflosigkeit auslöst, daß man am liebsten die Lieblingsstofftiere an die Wand knallen will...

Meine Mutter meinte kürzlich tröstend: sie ist wohl mitten in der Trotzphase. Dauert höchstens noch ein halbes Jahr.
Hmm. Das heißt, wenn ich jetzt in Winterschlaf versinke und im April wieder aufwache, könnt's klappen...

Samstag, 20. November 2010

Peinlicher Artikel, da schlecht recherchiert

Normalerweise ist man von der "Presse" besseres gewöhnt. Hier ein Artikel, der offensichtlich von jemandem geschrieben ist, der keine Kinder hat oder zumindest in ihre Erziehung nicht involviert ist:

http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/611991/Kinder-sind-ein-teurer-Spass_Das-200000EuroBaby?_vl_backlink=/home/index.do


Was mir übel aufstößt:
* "In kaum einem anderen Land sind Kinder dem Staat so viel Geld wert. 8,5 Milliarden Euro investieren Bund und Länder derzeit pro Jahr in das finanzielle Wohlergehen von Familien." - na dann ist das Geld wohl falsch verteilt, denn wieso liegen wir dann z.B. bei der Kindergesundheit lt OECD am 27. von 30 Plätzen? (siehe: derstandard: "In einem Ranking der OECD zur Kinder- und Jugendgesundheit kommt Österreich unter 30 Staaten nur auf Platz 27, beim Uno-Kinderhilfswerk Unicef ist es Rang 14 unter 21 Staaten." http://derstandard.at/1263706186658/Kindergesundheit-Alarm-um-die-Gesundheit-der-Kinder-und-Jugendlichen-in-Oesterreich)
* "Der kleine Lukas ist gottlob kerngesund. Trotzdem muss ein Kind gelegentlich zum Arzt. Das kostet nichts, denn jeder Sprössling ist gratis bei seinen Eltern mitversichert – und zwar im Extremfall bis zum 27.Lebensjahr." - dafür bekommt man Kassenärzte. Ich hab 2 ausprobiert und bin mittlerweile so wie alle in meinem Bekanntenkreis bei einer Privatärztin gelandet. Übrigens: die Hälfte der Impfungen werden von der Kasse nicht bezahlt, da wohl offensichtlich Luxus. Ach ja übrigens, wenn das Kind NICHT kerngesund ist und Physio- oder Ergotherapie benötigt (wie angeblich 5%-15% aller Kinder!), dann hat uns das "profil" erst vor ein paar Wochen vorgeführt, wie teuer das sein kann. Wehe dem, der arm ist und ein förderungsbedürftiges Kind hat.
* "Nach Ende des Mutterschutzes entscheiden sich seine Eltern für die einkommensabhängige Variante des Kindergeldes. Gemeinsam können sie vierzehn Monate bei ihrem Sohn bleiben und bekommen 80Prozent des Gehalts. [...] Mit dem Ende dieser Karenzzeit ist Lukas sechzehn Monate alt."- Die 14 Monate beginnen nicht NACH dem Mutterschutz; der Mutterschutz ist Teil der 14 Monate. (abgesehen davon, daß man sich schon VOR Ende der Karenzzeit für eine der Varianten entscheiden und dem Arbeitgeber mitteilen sollte...).
* "Beide Eltern gehen wieder arbeiten und müssen sich nach einer Betreuungsmöglichkeit für ihren Sohn umsehen. Lukas kommt zur Tagesmutter." - na viel Glück beim Finden eines Betreuungsplatzes.
* "Mit Lukas' drittem Geburtstag erhöht sich die Familienbeihilfe auf 125,50Euro. Er geht jetzt in den Kindergarten und kann das, weil er in Wien wohnt, völlig gratis tun. Bis Herbst 2009 hätten seine Eltern dafür noch 226Euro bezahlen müssen." - wenn ich mich recht erinnere, gehen die Eltern im Beispiel beide full-time arbeiten. Dh das Kind muß GANZTAGS in den Kindergarten und der ist NICHT überall gratis. Wer wie wir von den Wiener Kindergärten eine Absage bekommen hat, obwohl wir beide full-time arbeiten (!), aber Gott sei Dank aber einen Privatkindergarten in petto hatte, der uns pro Monat für 8-13h 150EUR kostet, kann hier nur müde lächeln.
* "Im Herbst 2016 wird er sechs Jahre alt sein und in die erste Klasse Volksschule gehen. Für die Allgemeinheit ist auch das kein billiges Vergnügen." - klar, dafür sind wir auch dankbar, aber am Nachmittag versorgt sich der Kleine offensichtlich selbst. Denn daß der Hort (den man wohl braucht, wenn beide Eltern full-time arbeiten), in Wien z.B. 200EUR/Monat kostet, wird hier ganz locker weggelassen.

Ganz ehrlich: solche Studien sollten, anstatt hier billig zu polemisieren, nicht nur vom "best case" ausgehen, sondern auch vom "worst case" (kein Gratiskindergarten, Kosten für Nachmittagsbetreuung etc). Erst dann sieht man eine Range. Vom langfristigen Verdienstentgang für die Familie, wenn einer der beiden Elternteile full-time zuhause bleibt, ganz zu schweigen.

Was ist also der Mehrwert des Artikels? Ja, Kinder kosten Geld. Nicht nur die Eltern, sondern auch den Staat, der aber offensichtlich nicht in der Lage ist, das Geld sinnvoll zu verteilen (denn sonst wäre ja die Geburtenrate höher).

Naja, genug geschimpft, ich muß nun mein 200.000EUR Kind ins Bett bringen.

Montag, 8. November 2010

Geschlechtsneutrale Erziehung

Interessanter Artikel.

http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/601845/Geschlechtsneutrale-Erziehung-waere-schrecklich?from=gl.home_bildung


Seit ein paar Wochen deutet meine Tochter auf Leute und sagt "Mann" bzw "Frau", Geirrt hat sie sich erst einmal, aber Gott sei Dank bei einer schwerhörigen alten Frau.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Was mach ich jetzt mit der Brio-Eisenbahn?

Ach wie gut, daß sich Caro bisher nicht fürs eisenbahn-spielen erwärmen konnte. Ich hatte gehofft, ich verpack ihr's einfach noch einmal und leg's ihr wieder unter den Christbaum. Der Geburtstag ist immerhin schon 9 Monate her, da erinnert sie sich sicher nicht mehr dran. Aber jetzt, nach diesem vernichtenden Urteil?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,724411,00.html


Spaß beiseite. Das ist doch wirklich ein Witz, das Ganze. Nix da mit back to nature. Lieber back to plastics??

Sonntag, 17. Oktober 2010

zum nachdenken

interessanter artikel in der sonntags-"presse":

http://diepresse.com/home/leben/mode/602650/index.do?_vl_backlink=/home/leben/index.do


dh ich hab nun eine perfekte ausrede, warum ich heute weder dem unaufgeräumten kleiderschrank noch dem vollen geschirrspüler in die nähe kommen werde. und daß im hintergrund grad mein kind kreischt, weil es mit dem papa nicht rausgehen will, sollte mir auch wurscht sein. oooom.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Kinderhasser

Ich muß gestehen, eigentlich bin ich ein Kinderhasser. wenn ich nicht gerade mit meiner Tochter unterwegs bin, will ich meine Ruhe haben. Und, zu meiner eigenen Verteidigung muß ich sagen, WENN ich mit ihr unterwegs bin, bemühe ich mich, daß wir anderen Leuten möglichst wenig auf die Nerven gehen. Wobei ich schon auf dem Recht beharre, Vorrang in der Benutzung des Ubahn-Aufzugs zu haben, wenn ich mit Kinderwagen unterwegs bin. Sollen die fitten Studenten oder mittelalterlichen Damen und Herren doch bitte Rolltreppe fahren. Aber sonst bin ich pflegeleicht und unauffällig.

Aber was ich so gar nicht ausstehen kann, ist wenn ich mir am Wochenende nach einem halben oder ganzen Tag mit Kind dann eine halbe Stunde Freiheit in einer Buchhandlung gönnen will (ohne Kind), noch kurz vor Ladenschluß, und dann dauernd abgelenkt werde, weil direkt neben der English-Books-Section unglücklicherweise die Kinderbuchabteilung angeordnet ist (wer sich das einfallen hat lassen, muß auch ein Sadist sein).

Und neben mir also eine Mutter: Ach SCHAU einmal, das BUCH, ist das nicht UNGLAUBLICH, nur noch EIN EXEMPLAR, das hat SICHER auf DICH GEWARTET, BITTE SCHAU dir das AN! IST das nicht WUN-DER-BAR!
Und DAS Buch hier, SCHAU, der GRÜ-FFEL-LO! IST das nicht ein SPANNENDES Buch!
Ja SEHR GUT, hast du dir nur SELBER ein BUCH ausgewählt, ja ZEIG HER EINMAL. Ja SU-PER!

Die bekommen dann diese pseudobegeisterte total künstliche hohe Stimme.
Und eigentlich reden sie nicht mit ihrem Kind, sondern mit uns. Der stillschweigenden Menge, die versucht, sie zu ignorieren, aber der gegenüber sie sich offensichtlich verpflichtet fühlt, Rechenschaft abzulegen. Daß sie eh so eine super Mutter ist. Daß ihre Kinder so smart sind. Daß ihre Kinder freiwillig zu einem Buch greifen. Daß sie ihre Kinder so super motivieren kann.

So gehts in einer Tour.

ZEIG einmal, was für ein TOLLES BUCH du jetzt in der Hand hast. SUUUPER!

Nix ists mit meiner Entspannungshalbenstunde Bücher-schmökernd. Leider. Schnell bezahlen und die Flucht ergreifen.

OK ich korrigiere mich: eigentlich bin ich kein Kinderhasser. Ich bin eher ein Übermütterhasser.

Mittwoch, 8. September 2010

Helicopter parents und free-range kids

Neueste Trends in der Kindererziehung, soeben im "Weltjournal" gesendet. http://tv.orf.at/program/orf2/20100908/477740001/300407/

Mit offenem Mund hab ich mir das Ganze angeschaut:

Eltern, die ihr 3wöchiges Baby trainieren.

Babies, die mit 5 Monaten angeblich schon lesen können.

Kinder, die mit 3 Jahren schon die Namen der ersten 10 amerikanischen Präsidenten lesen und richtig zuordnen können.
Kinder, die nicht mehr auf Bäume steigen dürfen, denn es könnte ja was passieren.
Babys, die Knieschoner bekommen, damit sie sich beim Krabbeln nicht die Knie aufschürfen (Infektionsgefahr!).
Der Vater, der seine Kinder zuhause erzieht und meint, ja, seine Kinder werden die zukünftigen Senatoren und Präsidenten, und das ist doch toll und ein Dienst am Land, wenn sie jetzt schon so gut ausgebildet werden.

Da sind ja zweisprachige Kindergärten eine Lappalie dagegen.


Was mich so schockt: werden die Kinder, nur weil sie für diese ach so böse Globalisierungswelt gewappnet werden, automatisch
flexibler und anpassungsfähiger? emotional stabiler? glücklicher?

das sind also die helicopter parents (dauernd ums Kind kreisen und dabei viel Staub aufwirbeln). Und natürlich gibts hier schon eine Gegenbewegung. Analog zu den free-range eggs (Eiern von Freilandhühnern) gibts die free-range kids. Irgendwie beruhigend.

Samstag, 28. August 2010

Buchempfehlung

Das Buch, über das ich in meinem Blog im Frühjahr schon geschrieben hab, ist nun auf Deutsch erschienen. Sehr empfehlenswert.
Als Einstieg hier das Interview mit der Autorin:

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,713292,00.html

na da werden sich wieder ein paar die köpfe einschlagen in den internet-foren...

Sonntag, 15. August 2010

Frauen und kreischende Kinder zuerst

Gestern Vormittag im Supermarkt: eine Frau mit kleinem Kind (Gott sei Dank nicht ich), das Kind quengelt in einer Tour. Nein Mamaa Mamaa nein nein.
Aber gerechtfertigterweise muß man hier anmerken: auf der nach oben offenen Kreisch-Skala sind wir hier in Mittelfeld, noch nicht in Alarmstufe Rot. Also für Außenstehende durchaus erträglich.
Zweitens sind wir hier nicht in einem 3-Hauben-Lokal, wo man gern ein bisserl Ruhe hat, sondern in einem Supermarkt, und ehrlichgesagt nicht im besten und teuersten. Das heißt, durchschnittliche Aufenthaltsdauer 5-10 Minuten. So lange kann jeder ein seierndes Kind ertragen.

Nichtsdestotrotz entspannt sich an der Kassa eine lebhafte Diskussion über Kindererziehung. Zwei alte Damen haben eher Mitleid mit der gestressten Mutter (die sich zu dem Zeitpunkt Gott sei Dank noch am anderen Ende des Supermarkts befand und von unserer Diskussion nichts mitbekommen hat). Ein mittelalter Mann meint, also man könne Kinder schon beruhigen, die Frau solle sich doch etwas mehr bemühen... und bei seinen Kindern... etc blabla. Und ich mittendrin, die sich furchtbar aufregt und meint, ich hoff, es kommt jetzt keiner auf die Idee, zur Mutter hinzugehen und ihr noch gscheite Ratschläge zu geben.
Jaja, wir alle sind natürlich die Oberschlauen -und mittlerweile ist die Mutter mit dem quengelnden Kind schon im Kassenbereich angekommen. Aber wir können uns noch immer nicht einigen, wie man mit dieser metaphilosophischen Frage umgehen soll.

Aber
wie wärs stattdessen, was zu tun, was der Frau in diese Situation wirklich hilft? wie z.B.: sie einfach vorlassen? Nach dem Motto: Frauen und kreischende Kinder zuerst.

Aber iiii, das würde ja bedeuten, daß man sich in jemanden wirklich hineinversetzen kann und für ein kleines Momenterl vom Podest der also-bei-meinen-Kindern-hätts-das-nicht-gegeben und wie-kann-man-nur runtersteigen muß...

Samstag, 31. Juli 2010

Kreischalarm bei P&C

Normalerweise halte ich mich ja für einen durchaus lernfähigen Menschen, aber wieso ich geglaubt habe, am Samstagnachmittag mit Kind im Schlepptau kurz bei P&C reinschauen zu können, obwohl es vor ein paar Monaten schon mal im Desaster geendet hat, weiß ich nun im Nachhinein echt nicht mehr. Kurz angemerkt, es liegt nicht am Personal von P&C. Sondern an meine Tochter, die wohl noch nicht gern shoppt.

Wir drehen eine rasche Runde. An der Hand will sie nicht gehen. Also auf den Arm nehmen. Ok immerhin kann ich einen Blick erhaschen auf die Herbstmode.

Wir landen bei den Accessoires. Das Gürtel-Aussuchen sieht dann wie folgt aus. Ich STRAMPEL suche die richtige KREISCH Größe aus dem KREISCH KREISCH Ständer, halte mir den KREISCH Gürtel um die KREISCH Taille KREISCHKREISCHKREEEEEEEEEEEEEEEEEISCH, stelle Caro ab und versuche, sie im linken Arm zu halten KREISCH, während ich gleichzeitig glaube, mir beweisen zu können, daß man sich mit einer einzigen Hand einen Gürtel um die Taille wickeln kann. Ach ja, das KREISCH KREISCH 10cm von meinem Ohr entfernt habe ich beschlossen zu OK ES GEHT NICHT MIR REICHTS ICH STELL SIE AUF DEN BODEN AB und hole die Trinkflasche aus der Tasche. Die Kleine rafft die Flasche... und rast voller Begeisterung in Richtung Handtaschen. Ich hinterher, den Gürtel in der Hand.

Neuer Anlauf: Ich weiß, Caro ist fasziniert von ihrer eigenen Grimasse. Ich parke sie vor einem Spiegel, der nur 2m von der Gürtelreihe entfernt ist. Da steht sie nun, hat die Flasche im Mund wie ein Popstar das Mikro und kreischt begeistert (aber großer Fortschritt: kreisch statt KREISCH, immerhin). Ich versuche, mein schlechtes Gewissen ob Caros Lautstärke mit meiner Skepsis hinsichtlich ihrer voraussichtlichen Verweildauer vor dem Spiegel und der Hoffnung, nun vielleicht doch einen Gürtel zu finden, in Einklang zu bringen. Keine Chance.

Dritte Variante: ich zeige ihr andere Kinder, nur ein paar Meter entfernt, die total brav im Kinderwagen sitzen. Das endet damit, daß sie
in die Kinderwägen schaut und versucht, an Baby oder Schmusedecke zu ziehen.

Vierter Anlauf: eine mutige (wahrscheinlich taube oder masochistische) Verkäuferin wagt sich in meine Nähe und fragt, ob sie helfen kann. Ich meine, wenn sie das Kind beaufsichtigt, suche ich die Gürtel aus, einen hätte ich ja immerhin schon (der einarmig anprobierte, bin gespannt, ob ich total danebenliege oder nicht). Das Problem bei dieser Lösung: was, wenn die Verkäuferin auch nur eine Zehntelsekunde durch einen anderen Kunden abgelenkt wird? Dann ist die Kleine futsch.

Fazit: ich kaufe 2 Gürtel, die aber jetzt noch unausgepackt herumliegen, weil ich total ko bin. Und nun verstehe ich, warum es Versandhäuser gibt.

Sonntag, 18. Juli 2010

Urlaubslektüre

Wieder retour aus dem Urlaub mit ein paar Lektüre-Tipps. Aber bitte nicht glauben, daß ich den ganzen Urlaub über nur Baby- bzw Kinderliteratur gescreent hab. Sondern (protz) auch die 3 Stieg Larsson, Anna Karenina plus ein bisserl Schund. Plus Barbapapa, Kasimirs Weltreise (originelles Buch aus Ende der 50erJahre), Knuddeln will ich nur mit dir (sehr herzig!), sowie mindestens 100x den Duden-Tiere (wo ist der Tukan? und wie macht der Tiiiiger? und wo ist das Tagpfauenauge?).

Anyway, hier also ein paar interessante Themen:

1) Zeit-Magazin vom 1.7.2010: "Nachbarn gegen Kindergärten, der Kampf tobt im ganzen Land"
http://www.zeit.de/2010/27/Kindergaerten

2) Der "Stern" ein paar Wochen später, vom 15.7.2010: "Störfaktor Kind - Kein Platz, keine Geduld, kein Verständnis - so werden unsere Jüngsten zur Randgruppe"
Der Artikel ist noch nicht online verfügbar, da dies das aktuelle Heft ist... aber wahrscheinlich in ein paar Tagen
http://www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-29-15-07-2010-stoerfaktor-kind-1580921.html

3) "profil" vom 5.7.2010: Scheidungen und die damit verbundenen Probleme bzgl Sorgerecht
http://www.profil.at/articles/1026/560/272421/scheidung-der-navigator-scheidungswillige

Viel Spaß beim Schmökern!

Sonntag, 27. Juni 2010

sind wir eine generation zu früh dran?

Bevor das fußballfieber (spiel deutschland:england) uns wieder im griff hat (ja und ich gestehe, ich als österreicherin bin sehr wohl in der lage, zu deutschland zu halten, und das hat weniger damit zu tun, dass ich mit einem übigens fußball-desinteressierten deutschen verheiratet bin, sondern dass ich die rassismus-anfälle der englische presse nicht mag), hier ein interessanter artikel aus der presse:

http://diepresse.com/home/leben/mode/576959/index.do?from=gl.home_leben

ja, hochqualifizierte frauen wollen später und lieber weniger kinder. wer kann es ihnen verübeln? interessant wäre aber auch herauszufinden, ob denn hochqualifizierte MÄNNER kinder wollen und was sie bereit wären, dafür aufzugeben. denn vielfach scheitert der weibliche kinderwunsch nicht an der angst vor dem karriere-aus, sondern an der furcht, dass der ach so tolle partner sich nach der geburt des kindes auf einmal in einen pascha verwandelt...

also bitte net immer auf den frauen herumhacken, dass sie so karrieregeil und egoistisch sind... auch einmal schauen, ob genau diese adjektive nicht eher auf die männer zutreffen...

Freitag, 25. Juni 2010

Genug Schlaf = gute Beziehung

Wieder einmal eine "no-na" Studie: Junge Eltern, deren Kind wenig schläft und sie in der Nacht wachhält, haben zusätzlich zum Schlafdefizit auch noch Partnerschaftsprobleme - eben DURCH das Schlafdefizit.

http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/572857/index.do?_vl_backlink=/home/bildung/erziehung/index.do

Nur kurz am Rande: als jemand, der täglich mit den Ergebnissen statistischer Modelle zu tun hat, frag ich mich schon, ob eine Stichprobe von 22 Elternpaaren wirklich repräsentativ ist...

Aber egal, ja, Schlafentzug ist wie Psychoterror.

Was kann man dagegen tun?
DELEGIEREN
DELEGIEREN
DELEGIEREN

ja nicht glauben, dass man (oder besonders: stillende Frau) das allein durchstehen muß.

Und um alle Eltern, deren Kind seitdem es 2 Tage alt ist, WUNDERBAR durchschläft und die Brust allein findet und "andockt", keine nächtlichen Koliken hat und gaaaanz umkompliziert ist: um diese Menschen die nächsten Wochen einmal einen grooooßen Bogen machen...

Samstag, 12. Juni 2010

Aber der hat doch was Blaues an!

Was zieht man einem blonden, blauäugigen kind an? richtig: blau.
aber wie man schnell am kinderspielplatz belehrt wird:
(ein kind zum anderen): lass den buben auch einmal auf die rutsche
ich: danke das ist sehr lieb von dir... übrigens: das ist ein mädchen
kind: wieso, der hat doch was blaues an.

okok kinder vereinfachen und generalisieren schnell, und angeblich kommt so mit ca 4 jahren eine extreme identifikation mit stereotypen rollenbildern. aber trotzdem wurmt's mich irgendwie. vielleicht sollte man dem kind einmal diesen artikel zu lesen geben ;-)

http://women.timesonline.co.uk/tol/life_and_style/women/diet_and_fitness/article7145363.ece

so, hello kitty und prinzession lillifee, dieses jahr gibts noch keinen einlaß in caros kinderzimmer. vielleicht nächstes jahr, aber nur wenn caro uns ganz lieb drum bittet... (oder ganz viel kreischt, das ergebnis ist das gleiche).

Samstag, 22. Mai 2010

Postpartale Depression bei Vätern

Klar, dass Väter davon auch betroffen sein können... nur redet (normalerweise) niemand drüber...

http://diepresse.com/home/gesundheit/568242/index.do?from=gl.home_gesundheit

Nur eines ärgert mich an dem Artikel furchtbar: "Da eine Depression eines Elternteils das Gefühlsleben und Verhalten des Kindes beeinflussen könne, sollte man die Betroffenen besser identifizieren und beraten, [...]".

Na toll. Man soll dem Vater also nur deshalb helfen, weil das Kind auch davon betroffen sein könnte? Der Vater per se hat kein Recht auf Hilfe?!

Sonntag, 9. Mai 2010

Muttertag

ein sehr ketzerischer artikel... viel spaß!

ich bin übrigens gerade erst zurück von einem wellness-wochenende mit freundinnen. ohne kind. war aber reiner zufall, dass das am muttertags-wochenende war...

http://diepresse.com/home/leben/mode/563875/index.do

Sonntag, 2. Mai 2010

Opportunity costs

Ein sehr netter Artikel in der "Times" zum Thema Perfektionismus und Frauen.

http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/columnists/minette_marrin/article7113966.ece

Hier die wesentlichen Punkte:

[...] The secret is to look at everything as an opportunity cost. This horrible City phrase simply means you do any one thing at the expense of doing another. You cannot do it all. If you spend the hours between five and seven with a lover or a law report, you won’t be able to give your baby a bath. If you spend a lot of time on competitive cooking, you won’t have much time to phone Granny or touch up your toenail polish. What we need now is to think of giving something up as an opportunity gain. Whether that is to be the lover or the scallop ceviche or the Bank of England quarterly bulletin is a matter only for you.

I have a few suggestions. Never read fashion magazines if they make you feel fat or frumpy or if they make you long for things you can’t be or have. Avoid gossip columns about the beautiful people and ignore anything labelled “lifestyle”, unless it makes you feel good. Such things are intended to whip up insatiable competitive appetites for Prada handbags and Balinese hotel suites and a feeling of acquisitive failure. Don’t read decorating magazines and don’t restyle your home more than once in 20 years. Don’t read the health pages if they make you feel anxious, guilty or ill; they are always changing their bossy advice anyway.

Don’t cook unless you really must: think catering rather than cooking. Give up worrying about frozen or tinned or pre-prepared. Never cook cakes, puddings or cupcakes — they aren’t good for you anyway.

Avoid choice fatigue. Don’t go shopping unless you have to. Give up buying things and keeping things. Don’t have lots of clothes; have only a few that really suit you. Give up any exercise you dislike. Avoid amassing objects — shoes, bags, bracelets, kitchen gadgets and so on; things take up headroom and energy, and time spent wondering which to use, remembering where it is and putting it away later means less time for talking to your teenage son or writing a report.

Stop worrying about skincare and don’t buy more than three or four products. It’s all pretty much the same and I say this as someone who wrote an anonymous column about the beauty bandits for years. Don’t spend time with people who boast, either about their beautiful lives or their talented children. Don’t compare your children with other people’s offspring.

Avoid all parents at exam results time.

Give up answering the telephone just because it’s ringing. [...]



Dienstag, 27. April 2010

Was ist Arbeit?

Ein sehr interessanter Artikel in der österreichischen "Presse":
http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/560137/index.do?from=gl.home_bildung

Es scheint doch ein Wandel in der Gesellschaft stattzufinden: "[...] Selbst vor zehn Jahren noch galten im gesellschaftspolitisch recht konservativen Österreich jene Frauen als „Rabenmütter“, die Kinder und Karriere zu verbinden suchten. [...]".

Allerdings folgt im nächsten Satz gleich die Ernüchterung: "Mittlerweile klagen nicht berufstätige Frauen, dass sie von ihrer Umwelt kritisch betrachtet würden, weil sie nicht arbeiten gingen. „Man hört das immer wieder, auch im persönlichen Gespräch. Hausfrauen werden oft recht süffisant gefragt: ,Ach, du arbeitest gar nicht?‘“, meint Karmasin. Viele Frauen bekämen dadurch das Gefühl, sich für ihre Entscheidung entschuldigen zu müssen. [...]"

So gerne ich berufstätig bin und so sehr ich davon überzeugt bin, dass dies die für meine Familie richtige Entscheidung ist, so sehr frustriert mich es dann gleichzeitig wieder, wenn es heißt, Frauen, die zuhause wären, würden nicht arbeiten. Wie ist denn "Arbeit" definiert? Nur als etwas, für das man Geld bekommt? Sind Kinder demnach ein Hobby? Oder als etwas, wofür man das Haus verlassen muß? Eine(n) Vorgesetzte(n) hat? Sich einen Anzug anziehen muß?

Der Duden definiert Arbeit beispielsweise unter anderem mit den Worten "Beschäftigung", "Anstrengung", "Beanspruchung", "Belastung".
Jeder, der auch nur wenige Stunden mit einem Baby oder Kleinkind verbringt, weiß, dass dies durchaus anstrengender sein kann als ein Bürojob.

Warum schlagen sich beim Thema Kinder die Leute immer sofort die Köpfe ein? Warum kann man nicht Fakten auf den Tisch legen (z B Wiedereinstiegs-Chancen je nach Karenzdauer), aber jeden dann selbst entscheiden lassen?

Sonntag, 11. April 2010

Nasensauger - sensationell

An meinem 3 Wochen alten Neffen gesehen: der Nasensauger-Staubsauger. Er wird allen Ernstes an den Staubsauber angeschlossen, dann zur Nase des Kindes hingehalten (nicht in die Nase hinein), und der Staubsauger saugt ganz langsam und sanft die Sekrete aus der Nase hinaus. Funktioniert einwandfrei. Und das Beste daran: Der Kleine ist davon nicht einmal aufgewacht!
Tolles Ding!

Dienstag, 23. März 2010

Provocation à la Francaise

Ein aktueller Bestseller, der, wenn er denn jemals auf Deutsch übersetzt wird, sicher ganz ganz hohe Wellen schlagen wird...

"Le conflit entre la femme et la mère" von Elisabeth Badinter.
ISBN-10: 2081231441, erschienen Anfang Februar bei Flammarion.

In Frankreich eine sehr bekannte Person, Philosophin in Beauvoir'scher Tradition. Übrigens keine typische alte Bissgurn, wie man sich vielleicht denken könnte, sondern verheiratet (mit dem Ex-Justizminister unter Mitterrand, wesentlicher Treiber für die Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich) und hat Kinder und Enkelkinder.

Das Buch gibts (noch?) nicht auf Deutsch, aber hier ein paar Presseartikel:
http://www.guardian.co.uk/world/2010/feb/12/france-feminism-elisabeth-badinter


Ok, ich stimme nicht allem zu. Beispielsweise finde ich die Sorglosigkeit gegenüber dem Zigaretten- und Alkoholkonsum in der Schwangerschaft etwas befremdlich. Aber es gab so viele Sätze in diesem Traktat, die einfach "runtergegangen sind wie Öl":
* " Il semble qu'une sorte de halo illusoire voil e la réalité maternelle. La future mère ne fantasme que sur l'amour et le bonheur" (S. 25). Übersetzt: es scheint, als würde ein illusorischer Heiligenschein das die Realität der Mütter verdecken. Die werdende Mutter phantasiert nur über die Liebe und das Glück. - genau das hat mich an den herkömmlichen Schwangerschaftsratgebern immer so frustriert!
* "La Mutter allemande, la mamma italienne et la kenbo japonaise donnent une image mythique de la mère, à la fois sacrificielle et toute-puissante. A coté d'elles, la maman francaise et la mummy anglaise font bien pales figures" (S. 198). Übersetzt: Die deutsche Mutter, die italienische Mamma und die japanische Kenbo geben der Mutter ein mystisches Image, selbstaufopfernd und gleichzeitig allmächtig. Neben ihnen erscheinen die französische Maman und die englische Mummy sehr fahl.
* "[Les pays] d'Europe centrale ont des politiques visant à préserver le statu quo et la mode de famille traditionelle. [...] D'un point de vue strictement féministe, on distingue deux types de politiques familiales: celles qui prennent en compte les désirs personnels des femmes et celles qui ne le font pas." (S. 201/202). Übersetzt: Die Länder Zentraleuropas haben eine [Familien-]Politik, welche darauf abzielt, den status quo und die traditionelle Familie zu bewahren. [...] Aus strikt feministischer Sicht gibt es also zwei Typen an Familienpolitik: diejenige, die die persönlichen Wünsche der Frauen berücksichtigt, und die, die es nicht tut.
* "[...] ce sont les pays où le taux d'activité féminie est le plus haut qui affichent parallèlement les meilleurs taux de fertilité." (S.204) Übersetzt: diejenigen Länder, die die höchste weibliche Beschäftigungsquote haben, haben auch gleichzeitig die höchste Fruchtbarkeitsrate.

Liebe Elisabeth, vielen Dank für dieses Buch. Im Geiste war ich schon immer Französin... und dann kann ich auch damit leben, dass es in Paris keine Wickeltische gibt ;-)

Fruchtbare Französinnen


Vorige Woche war ich auf dem Klassentreffen meiner alten Uni in Paris.

Wie die Situation bei einem Klassentreffen in Österreich oder Deutschland wäre, bei einem Durchschnittsalter von 35-38, ist klar:
wahrscheinlich hätten 2/3 ein Kind, eines oder zwei. Vielleicht gäbs eine Exotin mit 3 oder 4 Kindern. Der Rest hätte keines. Und die Mütter wären zuhause oder höchstens 15h/Woche im Job.


Und wie sah's in Frankreich aus?
* Die einzigen, die nur 1 Kind hatten, waren meine österreichische Kollegin und ich. Meine französischen KollegInnen hatte mindestens 2 (loser), meistens 3 (na bitte), und es gab gar nicht so wenige mit 4! Und es gab einige, die durchaus noch mit dem Gedanken spielen, ein weiteres Kind zu bekommen...
* Die KollegInnen haben schon früher mit dem Kinderkriegen begonnnen. Mit Ende 30 bereits ein 10 Jahre altes Kind zu haben ist keine Seltenheit.
* Alle Mütter waren full-time berufstätig, u.a. auch in Jobs wie Unternehmensberatung.
* Kleine Kinder wurden von (offiziell angestellten, zertifizierten) Tagesmüttern betreut - 2 Kinder pro Tagesmutter. Und die Kosten für die Kinderbetreuung konnte man absetzen...
* Als ich meine 2jährige Tochter erwähnte, wurde angenommen, dass ich berufstätig bin. Es hätte niemand hinterfragt, ob ich eine gute Mutter bin, weil ich 5 Monate nach der Geburt wieder arbeiten gegangen bin. Im Gegenteil, das war eher der Normalfall.


Ich will nun nicht behaupten, dass das Sample repräsentativ war, aber immerhin: selbst die Statistiken bestätigen: die Französinnen haben die höchste Fruchtbarkeitsrate in ganz Europa... (2.1 Kinder / Frau; zum Vergleich: Österreich und Deutschland: 1.3).

Vielleicht weil für sie der Umstieg von "keine Kinder" auf "Kinder" weniger brutal ist - weder emotional noch finanziell - und sie daher eher den Mut dazu haben?

Freitag, 5. März 2010

Kinderfreundliches Paris?


Was macht eine babyfreundliche Stadt aus?

* Wickelmöglichkeiten in jedem Lokal oder zumindest in Kaufhäusern

* Kindersessel in Lokalen

* Nichtraucher-Lokale

* Barrierefreier öffentlicher Verkehr

* Freundliche Einwohner

* Babybett im Hotel/Apartment

Paris:

* Wickelmöglichkeiten: Nada. unglaublich! nirgends! Dh Parks... auf dem Boden der Toilette... Mühsam.

* Kindersessel: dito.

* Nichtraucher-Lokale: yeah yeah

* Barrierefreier öffentlicher Verkehr: ja, in Bussen. Aber UBahnen: vergiss es.

* Freundliche Einwohner: ja, definitiv. Ein großes Plus. Aber nur in kleinen Lokalen mit wenig gestressten Besitzern...

* Babybett: ja.

Kurzer Kommentar noch zum öffentlichen Verkehr.

Das Ganze beginnt ja schon einmal sensationell mit Charles de Gaulle Airport: wenn man den RER nehmen will (eine Art S-Bahn ins Stadtzentrum hinein), darf man sich nicht erwarten, dass bei den Tickets eine Sperre gibt, wo einem vielleicht - auf Französisch oder Englisch, egal, zumindest IRGENDWIE - erklärt wird, wie man da mit Gepäck und/oder Kinderwagen durchkommt. Also: man steckt sein Ticket rein in diese Glasbox, nimmt das Ticket wieder mit, geht dann mitsamt dem Gepäckstück rein, wartet, bis sich die Tür schließt und man quasi in der Glasbox eingeschlossen ist, und dann geht die vordere Tür auf. Ok. Geschafft.

Nächste Herausforderung: ok wir sind hier an der Sbahnstation, die direkt vom Flughafen in die Stadt führt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Reisenden mit Gepäck unterwegs sind, ist daher wohl 99%. Dh es gibt hier sicher nicht nur diese unglaublich steile, schmale Rolltreppe, wo einem die Haare zu Berge stehen, wenn man sich vorstellt, wie man hier mit Kinderwagen, 2 Koffern und Handgepäck runterkommen soll. Hier gibt’s doch siiiicher einen Lift. Ääääh. Ok. Also nicht. Hmm. Kind umschnallen, Handgepäck auf den Kinderwagen drauf, und ab geht’s. Wir sind ja flexibel.

Noch ein kurzer Kommentar zur UBahn:

Das Metrosystem in Paris ist ja sensationell gut, alle paar hundert Meter eine UBahnstation. Die Strecke zwischen den Stationen ist gering, es gibt viele Umsteigemöglichkeiten, die Taktung der Züge ist recht eng. Dh von z.B. "Ecole Militaire" (Linie 8, am Ende des Parks, in dem der Eiffelturm steht) bis "Hotel de Ville" (Linie 1, in der Nähe von Notre Dame) braucht man ca 15min. Sensationell. Und mit einem Tragetuch oder wenn das Kind an der Hand geht ist ja alles kein Problem. Aber was, wenn man mit einem Kinderwagen unterwegs ist? Wir haben den Test gemacht, mit Bugaboo, der ja schon einer der schmälsten und wendigsten Kinderwägen überhaupt ist.

Eingang: Natürlich keine Rolltreppen. Also schon einmal 15-20 Stufen runtertragen.

Danach bei den Sperren: Durch die normalen Sperren passt man mit Kinderwagen nicht durch. Da hätte wahrscheinlich schon jemand ein Problem, der 100kg hat. Jetzt wissen wir, warum die Franzosen so schlank sind.

Es gibt aber eine Glastür neben den Sperren. Dh Ticket bei der Sperre durchziehen, aber nicht durch die Sperre gehen, sondern zur Glastür hin, das Intercom bedienen, den Chef der Station bitten, die Tür zu öffnen und dann mit dem Kinderwagen durchgehen. Manchmal gibt’s kein Intercom und man muss beim Ticketschalter fragen. Viel Glück für die Besucher, die kein Französisch können...

Danach wieder Stufen, um auf den Bahnsteig zu kommen.

In der Metro selbst ists jedoch unkompliziert.

Beim Aussteigen dann die nächste Herausforderung: Jede UBahnstation hat x Ausgänge. Das Gute: man muss nicht mehr durch eine Sperre. Und: manche Ausgänge haben sogar Rolltreppen. Das Schlechte: die meisten Ausgänge sind so eng, dass man mit einem Kinderwagen, der nur geringfügig breiter als der Bugaboo ist, stecken bleiben würde. In diesem Fall müßte man sich erst recht wieder einen Ausgang mit Glastür und Intercom suchen. Aber welcher der x Ausgänge ist es denn?

Fazit: entweder man nimmt sein Kind im Tragegestell oder in einem superschmalen Buggy oder fährt doch lieber mit dem Bus. Und viel Spaß, wenn man Gepäck hat.

Aber abgesehen davon: war’s empfehlenswert? Absolut. Die Parks, das bunte Treiben, das andere Essen… Für Kinder, selbst wenn sie noch unter 2 sind, definitiv empfehlenswert. Ein Tipp aber: kein Hotelzimmer nehmen, denn die sind sehr klein, und mit Zusatzbett und Kinderwagen nicht bewohnbar. Stattdessen ein kleines Apartment mieten. Kostet weniger als ein Hotelzimmer und ist besonders mit Baby/Kleinkind perfekt – allein schon wegen Wasserkocher, Kühlschrank und Ausziehcouch im Wohnzimmer…

Samstag, 20. Februar 2010

Rollenspiele

Rollenspiele sind ja so superwichtig für die kindliche Entwicklung. Beispielsweise dass man die Puppe füttert. Oder mit der Stoffkatze schmust.
Aber wie bringt man dem Kind bei, dass es bei uns im Haushalt eine Katze gibt, die lebendig ist und die daher auch ans Katzenfutter und ins Katzenklo darf, und eine andere Katze, die das eher nicht sollte...?

Dafür macht der dann aber das Schwimmen im Desinfektionsbad nichts aus...

Dienstag, 9. Februar 2010

Soll er dabei sein oder nicht?

Eigentlich wollte ich darüber schreiben, wie kleinkindtauglich Paris so ist, aber nun ist mir doch ein interessanter Artikel - mit noch sehr viel interessanteren Kommentaren! - dazwischengekommen:

Soll der Mann bei der Geburt seines Kindes dabei sein oder nicht?


Meine Gedanken dazu:
* Den Mann in Schutz nehmen, wenn er von anderen Männern (!!!) unter Druck gesetzt wird. Ihm die Entscheidungsfreiheit lassen.
* Private Hebamme nehmen, dann hat die Frau mit großer Wahrscheinlichkeit eine leichtere Geburt und der Mann schon einmal weniger Sorgen und Ängste
* Wenn der Mann bei der Geburt dabei sein will: gemeinsam einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen, damit er die biologischen Basics versteht
* Klar kommunizieren, wenn man den Mann während der Geburt dann phasenweise doch nicht dabeihaben will (man darf ja auch seine Meinung ändern...)
* Und sich nicht von den Geschichterln irritieren lassen, dass alle Frauen ihre Männer im Kreißsaal beschimpfen ;-)

Dienstag, 26. Januar 2010

Wächst das Gras schneller...?

Ein sehr interessanter Spiegel-Artikel zum Thema Leistungsdruck für Kinder


Ach ja, hab ich schon erzählt? Nach einem Semester Piklergruppe hab ich uns nun wieder abgemeldet...


Ich hätte...

Gestern wurde ich gefragt, was ich retrospektiv zum Thema Schwangerschaft, Geburt, erste paar Monate mit Baby anders gemacht hätte. Hätte ich früher angefangen zu planen, mehr Geld auf die Seite gelegt, gewisse Untersuchungen nicht gemacht,...?
Ich will jetzt nicht von mir behaupten, dass ich alles richtig gemacht hätte, sicher nicht. Aber meine - mir selbst bewussten - Fehler lassen sich glaube ich zusammenfassen zu: ich hätte mehr auf mich selbst hören sollen.
Ich hätte deutlich früher abstillen sollen.
Ich hätte mir von anderen kein schlechtes Gewissen machen lassen sollen, dass ich rasch wieder arbeiten gegangen bin.
Ich hätte mich nicht überreden lassen sollen, in die Piklergruppe zu gehen.
Ich hätte...
Aber wie Oscar Wilde schon sagt: I am not young enough to know everything.

Samstag, 9. Januar 2010

Konversation

Das ist ein Tiger. Ein Tiiiiiger. Ein Tiiiiger. Der macht grrrr!!
Das ist eine Kuh. Wie macht die Kuh?.... Die Kuh macht muuh.
Das ist eine Ziege. Ziiiiege. Die Ziege macht meh-meh-meh!
Und das ist ein Schaf. Ein Schaaaf. Das Schaf macht määääh.
Ein Tiger. Ein Tiiiiger.
Und das ist das Schaf.
Ja und das ist der Tiiiiger. Gell den Tiger hast du momentan sehr gern.
Der Tiiiiiger.
etc etc

Tierlaute imitieren: lustig.
100x/Tag Tiiiiger sagen: irgendwann doch langsam einmal fad. Faaad.

Tolles Interview mit einer Hebamme

http://www.zeit.de/2010/01/DOS-Interview-Hebamme

Dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen.