Donnerstag, 29. Oktober 2009

Faule Eltern sind super Eltern

Aus einem neuen Bestseller in den UK - "The idle parent" von Tom Hodgkinson (ISBN 978-0-241-14373-5):

"The boredom of the young mother is life-wrecking, mad-making. [...] Because - I say again - motherhood is a myth and woman was not made to shop, clean and burble at baby all day on her own. She needs to combine motherhood with other creative activities and sociability. The non-working mother is another myth, or at least the intervention of the Victorian imagination: it was then a sort of status symbol to have a swooning, trussed-up, inactive wife. But this is an anomaly. Everywhere else in the world, and in history, women have worked. They have worked alongside their husbands in the fields: medieval woman was equal to man in this respect. Women were breer-brewers, bread-bakers, gardeners, businesswomen." (S.24/25)

Wie wohl es tut, so etwas zu lesen. Was nicht heißt, dass ich jeden Satz in diesem Buch mittragen würde. Der Hass auf den Kapitalismus finde ich beispielsweise manchmal etwas mühsam. Aber allein das oben erwähnte Zitat war's schon wert! Und die FAZ fasst das recht nett zusammen:

Und zum Abschluß noch ein weiteres nettes Zitat (S. 180): "The idle parent will never sacrifice him- or herself to his or her children. He will carry on with his own life and the kids will learn and grow in the slipstream. But he will respect his little creatures and observe their ways with interest. [...] Rather than trying to follow a list of somebody else's rules, we must concentrate first and foremost on our mental attitude towards the children."

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Minitrip mit Kind


Ein paar Erfahrungen von unserem Minitrip nach London:

Den Bugaboo einfach nur der Länge nach in ein black cab stellen. Klappt super und Caroline liebts.
Busfahren geht ebenso problemlos.
UBahnfahren mit Kinderwagen erfordert 2 Erwachsene, leider.


Chinatown, Covent Garden etc sind für ein kleines Kind total faszinierend.

Stadtkinder schlafen bei starken Geräuschkulissen wie HMV oder Selfridge's super.

Londoner allgemein waren total nett, hilfsbereit, haben mit Caroline herumgeschäkert etc. Der Höhepunkt war ein chinesisches Lokal in Soho - permanent Aufmerksamkeit von den Kellnern und 3 Lollies!

Wickelmöglichkeiten sensationell.
1. Rang: Heathrow Airport. Der Wickelraum ist ca 20m2 groß, zusätzlich hierzu noch eine Toilette. Und eine extrem kreative Lösung für das Problem: "was mach ich mit dem Kind, wenn ich auf die Toilette geh, das Kind aber nicht am unhygienischen Boden herumkrabbeln soll?" - siehe Foto.

2. Rang: Fortnum's (das Kaufhaus, in dem die Queen angeblich einkaufen geht): Der Raum hat ca 15m2, extrem langer Wickeltisch, auf den noch ein großes Kind draufpaßt. Luxuriöse Seife. Ebenso luxuriöse Handcreme.

Beim security check in Heathrow unglaublich kooperatives Personal: wir mußten unsere schlafende Tochter nicht aufwecken, sondern konnten mit dem Kinderwagen durchfahren und Caroline und der Kinderwagen wurden ganz ganz vorsichtig abgetastet. Super.

Am Rückflug aber leider Erfahrung mit dem sprichwörtlichen goldenen Wienerherz. Der Flieger ist ausgebucht, wir haben Mittel- und Fensterplatz, Caroline muß auf unserem Schoß sitzen. Dann kommt ein Typ im Anzug daher, sieht uns mit dem (ruhigen) Kind und ruft so oberwichtig-genervt: NA SUPER!
Auf meine Beschwichtigung, dass wir alles versuchen werden, damit unser Kind so wenig wie möglich stört, reagiert er nur mit sooo subtilen Andeutungen, dass ER zwar Kinder hätte, aber nie auf die Idee gekommen wäre, mit so einem kleinen Kind ins Flugzeug zu steigen... und dass er seinen Kindern einen tragbaren DVD-Spieler gekauft hätte, "und dann ist alles, was ich während einer 9 Stunden Autofahrt hör, ist, Papa, ich brauch eine neue DVD".
Und so weiter und so fort.
Wenn ich im Kostüm neben ihm gesessen wär, hätt er sicher vor mir gebuckelt, dieses Würstl.
Ehrlichgesagt, als Caroline dann 10min durchgeschrien hat, hat SIE mir natürlich leid getan, aber IHM hab ichs gegönnt.

Wissen Sie was, lieber Mitreisender? In ein paar Monaten fahren wir wieder hin!


Dienstag, 6. Oktober 2009

Moritz Bleibtreu und die schwarzen Puppen

2 Erlebnisse:

1) Kürzlich in einem renommierten Wiener Spielzeugladen: meine Tochter bekommt ihre erste Puppe, und um sie gleich zur political correctness zu erziehen, greife ich zu einer Schwarzen. Die Verkäuferin kommt auf mich zu und meint sichtbar fürsorglich, " ich hätt die aber auch in weiß, gell...". Hmm, ging es hier wirklich darum, dem Kunden die maximale Wahlmöglichkeit zu geben? Hätte sie mir wirklich auch eine schwarze Puppe vorgeschlagen, wenn ich mit einer weißen gekommen wär?

2) Moritz Bleibtreu im "Seitenblicke-Magazin" (Printausgabe vom 1.10., S. 24): "Das Wichtigste ist, Kinder als das wahrzunehmen, was sie sind. Man beobachtet immer, wie Eltern vergleichen. "Meiner redet schon" oder "Deiner läuft ja noch nicht". Alles Käse. Der eine macht's so, der andere so, die werden schon alle laufen lernen. Wichtiger ist zu begreifen, was das Kind für eine Seele hat".

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.