Der "Spiegel" hat eine Studie veröffentlicht, (http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,649736,00.html) , deren Ergebnisse Lesern des Buches "Freakonomics" (http://www.amazon.de/Freakonomics-Economist-Explores-Hidden-Everything/dp/0141019018/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1253433686&sr=8-3) schon länger vertraut ist: daß nämlich beim Hören des Vornamen eines Menschen sofort die Vorurteilsmaschine anspringt - egal ob bei Lehrpersonal oder HR-Verantwortlichen. Ein überaus lebhafter Kevin ist verhaltensauffällig, ein Maximilian natürlich nur aufgeweckt.
Das überrascht die werdenden Eltern, die nächtelang Vornamenbücher wälzen, in der Familienhistorie forschen, die Weltliteratur abchecken, sowie sich unauffällig im Freundeskreis umhören, gar nicht. Der Familienname ist nicht wirklich abänderbar, aber in den Vornamen kann man nun alles stecken, was einem wichtig ist:
* was erwarte ich von meinem Kind. Soll es einfach nur glücklich sein, dann nenne ich es Poppy, aber soll es Generaldirektor oder EU-Kommissionspräsident werden, dann doch lieber Eugénie.
* will ich mich von anderen abgrenzen und soll mein Kind dann einen möglichst ausgefallenen Namen haben - wie schade nur, dass wir alle Kinder unserer Zeit sind, dh seltene Namen doch häufiger auftreten als gedacht und dass jeder Name "abwärts" wandert (wie "Freakonomics es ausdrückt: "once a name catches on among high-income, highly educated parents, it starts working its way down the socioeconomic ladder" - S. 201). oder ruhe ich so sehr in mir selbst, dass ich einen Namen nehme, der mir gefällt, der mir einfach immer schon gefallen hat, und es mir egal ist, ob er auf den Top 10 der Liste ist oder nicht.
* wie wichtig ist mir Bildung (griechischer Name), Internationalität (englischer Name), Tradition (altdeutscher Name), Kreativität (Vornamenkombination)?
Schade, ich finde "Tsch-ass-tin" oder "Brittne-i" oder "Tsch-enn-i-ferr" eigentlich ganz hübsch.
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