Montag, 28. September 2009

Consultants und Eltern

Es gibt ja den unter Consultants weit verbreiteten Witz, was der Unterschied zwischen einer Prostituierten und einem Consultant sei: http://www.lotsofjokes.com/consulting_prostitute.asp.
Gestern in der Sandkiste, als ich ich mir die kritische Frage stellen mußte: wie bringe ich meiner Tochter bei, dass wir nun bald nachhause gehen werden?, kam ich ins Grübeln.
Jaja, es gibt durchaus auch Ähnlichkeiten zwischen Consultants und Eltern.
* Man muss dem Kunden die unangenehme Wahrheit vorsichtig beibringen
* Man weiß, dass der Kunde natürlich nicht Recht hat, muss aber so tun, als ob
* Man hat ziemlich viele Nachtschichten
* Man verbringt viel Zeit mit Streit-Schlichten
* Man kennt nur noch Leute, die denselben Job haben
* Wenn man mit Leuten zusammentrifft, die nicht denselben Job haben, gehen einem die Gesprächsthemen aus
* Das Gehalt ist doch nicht so hoch
* Man hat immer wieder Phasen, wo man ziemlich stupide Arbeit machen muss
* Der Wagen ist ein Statussymbol

Aber abgesehen davon sind mir natürlich noch nie die Tränen der Rührung eingeschossen, wenn mein Kunde in der Sandkiste einen anderen Kunden schüchtern angrinst und der ihm daraufhin seine Schaufel leiht.

Sonntag, 20. September 2009

Justin-Kevin versus Eugen-Maximilian

Der "Spiegel" hat eine Studie veröffentlicht, (http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,649736,00.html) , deren Ergebnisse Lesern des Buches "Freakonomics" (http://www.amazon.de/Freakonomics-Economist-Explores-Hidden-Everything/dp/0141019018/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1253433686&sr=8-3) schon länger vertraut ist: daß nämlich beim Hören des Vornamen eines Menschen sofort die Vorurteilsmaschine anspringt - egal ob bei Lehrpersonal oder HR-Verantwortlichen. Ein überaus lebhafter Kevin ist verhaltensauffällig, ein Maximilian natürlich nur aufgeweckt.
Das überrascht die werdenden Eltern, die nächtelang Vornamenbücher wälzen, in der Familienhistorie forschen, die Weltliteratur abchecken, sowie sich unauffällig im Freundeskreis umhören, gar nicht. Der Familienname ist nicht wirklich abänderbar, aber in den Vornamen kann man nun alles stecken, was einem wichtig ist:
* was erwarte ich von meinem Kind. Soll es einfach nur glücklich sein, dann nenne ich es Poppy, aber soll es Generaldirektor oder EU-Kommissionspräsident werden, dann doch lieber Eugénie.
* will ich mich von anderen abgrenzen und soll mein Kind dann einen möglichst ausgefallenen Namen haben - wie schade nur, dass wir alle Kinder unserer Zeit sind, dh seltene Namen doch häufiger auftreten als gedacht und dass jeder Name "abwärts" wandert (wie "Freakonomics es ausdrückt: "once a name catches on among high-income, highly educated parents, it starts working its way down the socioeconomic ladder" - S. 201). oder ruhe ich so sehr in mir selbst, dass ich einen Namen nehme, der mir gefällt, der mir einfach immer schon gefallen hat, und es mir egal ist, ob er auf den Top 10 der Liste ist oder nicht.
* wie wichtig ist mir Bildung (griechischer Name), Internationalität (englischer Name), Tradition (altdeutscher Name), Kreativität (Vornamenkombination)?

Schade, ich finde "Tsch-ass-tin" oder "Brittne-i" oder "Tsch-enn-i-ferr" eigentlich ganz hübsch.

Freitag, 4. September 2009

Baby on Board

Früher hab ich mir immer gedacht, wieso diese tepperten Aufkleber.

Kevin-Justin an Bord.
Laura-Lisa-Lena fährt mit.

Ist mir doch egal. Glauben sie, dass ich wie ein Rowdie fahre und mich so ein Aufkleber disziplinieren soll? Oder sind sie so stolz auf ihre supertolle Namensgebung, dass sie sie ungefragt der ganzen Welt mitteilen müssen?

Aber seit einer sommerlichen Autofahrt, wo mein Stresslevel ungefähr dem von Lewis Hamilton während des alles entscheidenden Überholmanövers entsprach, weiß ich: diese Aufkleber sollten in Wirklichkeit heißen:

Achtung, ich hab ein schreiendes Kleinkind an Bord, das zum hundersten Male sein Fläschchen auf den Boden geworfen hat, mein Beifahrer ist schon total verzweifelt, weil er das Kind nicht ruhig kriegt, wir sind hier mitten in einem Tunnel und können nicht stehen bleiben, das in-die-Hände-Klatschen, Singen und mit-der-Puppe-Herumwackeln hat nicht funktioniert, nun heißt es Augen zu und durch bis zur nächsten Haltemöglichkeit, also lieber Hintermann, bitte entschuldige, wenn ich momentan nicht ganz zurechnungsfähig bin, und halte lieber doppelten Sicherheitsabstand.