Samstag, 15. August 2009

Die geheime Gefühlswelt berufstätiger Mütter

Gestern beim Frühstück mit einer jungen Mutter, die wieder kurz vor der Rückkehr ins Büo steht, wurde mir einiges wieder bewußt, das ich unter der Woche vielleicht doch verdränge:
* Ich muß jeden Tag meine "Mamabatterien aufladen", sprich meine Tochter auf den Arm nehmen, sie spüren. Selbst wenn es nur ein paar Sekunden sind.
* Wenn ich abends länger arbeite, erst nachhause komme, wenn meine Tochter schon schläft, und in der Früh vielleicht auch noch wenig Zeit für sie hatte, verursacht dies fast Entzugserscheinungen. Da freue mich fast schon, wenn Caroline nachts aufwacht!

* Die Angst, dass mein Kind andere Bezugspersonen genau so lieb hat wie mich, oder gar mehr, ist immer da. Aber sie ist der Preis der Freiheit.
* Für eigene Hobbies wie Yoga bleibt wenig Zeit. Die Tatsache, dass ich mir die Freiheit herausnehme, ins Büro zu gehen, muss genügen. Dann um 18.30 in eine Yogaklasse zu gehen und wertvolle 1 1/2 Stunden mit meiner Tochter zu versäumen, mache ich kaum.
* Bei meinem ersten großen Termin nach der Rückkehr aus der Karenz war ich sehr nervös, irgendwie war ich diese kompetitive Welt nicht mehr gewohnt. Aber wenn man dann wenige Stunden nach der (übrigens sehr erfolgreich verlaufenen) Vorstandspräsentation in der AKH-Notaufnahme sitzt, relativiert das vieles.
* Wenn ich andere Kinder beobachte, die schon gehen können oder die schon einen größeren Wortschatz haben, kommt doch das schlechte Gewissen wieder hoch. Vielleicht hätte ich doch länger zuhause bleiben sollen? Mit diesen Selbstzweifeln muss man wohl umgehen lernen...

Würde ich mich wieder für eine rasche Rückkehr ins Büro entscheiden? Ja, ich merke, dass meine Berufstätigkeit uns allen gut tut - Mutter, Vater, Kind, Großeltern...

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