Montag, 6. Juli 2009

Gerichtsurteil

Heute eine nachricht in den online-medien: ein vater hat sein 2monate altes kind so stark geschüttelt, dass es schwerste verletzungen davongetragen hat. ob dauerschäden bleiben werden, ist noch offen. er wurde verurteilt zu 12 monaten haft, davon 3 unbedingt.

http://tt.com/tt/home/story.csp?cid=10438817&sid=57&fid=21
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/492982/index.do?_vl_backlink=/home/panorama/oesterreich/index.do

beim lesen des ersten absatzes überschwemmt mich die übliche reaktion: unglauben. wut. unglaublicher zorn. wie kann man seinem kind das nur antun? ist es nicht schon allgemein bekannt, was schütteln anrichten kann?

und dann der letzte absatz: der vater war vollkommen ausgelaugt. das baby hat ein älteres, behindertes geschwisterchen. die mutter eine starke depression und immer wieder in der psychiatrie. der mann war fertig. er konnte nicht mehr.

und auf einmal: mitleid.

und dann wieder zorn: und wo ist hier das umfeld? wo ist das sozialamt? wo ist eine pflegeunterstützung? wie KANN man nur den armen mann allein lassen??? ich weiß noch, wie gaga wir waren wenige wochen nach der geburt. und wir waren zu zweit. und wir hatten nicht noch ein behindertes kind zu betreuen.

und was wird getan für frauen, die gefahr laufen, eine postpartale depression zu bekommen? ein paar links, ein paar infos, immerhin. aber der mutter-kind-pass verdient seinen namen nicht. er ist ein KIND-pass. solange das kind noch im mutterleib ist, muß man ja leider zwangsläufig die mutter mituntersuchen. aber danach, kaum ist es rausgeplumpst, zählt die mutter nicht mehr. wie wär's mit einer hebamme, die nach ein paar wochen vorbeischaut etc. oder einem verpflichtender termin beim gynäkologen...?

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