Dienstag, 22. Dezember 2009

Böse Hasen

Schon sehr interessant, was so ein relativ harmloser Artikel auslösen kann. Da schreibt die österreichische Tageszeitung "die Presse" über den Kinderwunsch der jungen Generation. Dass in Österreich die Zahl der Kinder pro Frau weiter sinkt, während in Frankreich zb sich ein dauerhafter Aufwärtstrend etabliert hat. Und was man tun könnte, um hier nachhaltig Familien zu fördern.


Eigentlich ist an dem Artikel nicht soo viel auszusetzen. Aber es ist immer wieder faszinierend, dass ein scheinbar harmloser Beitrag so eine Wust an Kommentaren - vom Hundertsten ins Tausendste gehend - auslösen kann.

Ich will nur einen einzigen herausgreifen, von einer Userin namens Walküre. Ich zitiere (und Frau Walküre sei mir hoffentlich drum nicht böse):
"Kein Wunder
Zuerst Jahre in die Aus- und Weiterbildung investieren.Danach einen guten Job ergattern und Karriere machen.Schwanger werden.Und nachher dann zu Hause schön langsam zwischen Putzlappen und Kochtöpfen vertrotteln.Und jeden Cent umdrehen (müssen) bzw.zum Hasibäääärli und Kindsvater um Geld betteln gehen wenn man mal zum Frisör gehen will (muß).Auf so ein"Leben" kann eine emanzipierte Frau verzichten !!!!!"

Na und ratet mal, was den danachffolgenden Usern dazu einfällt:
1) die Aufforderung, die Frau Walküre möge sich bitte nicht fortpflanzen
2) Früher war alles besser.

Schad. Die Walküre hätts auf den Punkt gebracht, aber die User schimpfen lieber auf die verrottete Gesellschaft. Sorry, wer ist hier verrottet? Die Frau, die sich das nicht mehr bieten lassen will? Oder net vielleicht doch das Hasibäärrli?

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Kreativanfall

Weil man ja im Leben sonst nix zu tun hat:


Wie meine Nachbarin Carolyn sagt, die im Spot Klavier gespielt hat: It was great fun!



Dienstag, 24. November 2009

Schweinegrippe

Impfen oder nicht impfen? Sich selber, das Kind. Gegen Grippe, Schweinegrippe, was auch immer. Schwierig. Wenn das allerschlimmste, was üblicherweise passieren kann, ein paar Tage hohes Fieber ist, dann ists ja nicht so schlimm. Aber was ist schon "üblicherweise"?! Haben wir denn nicht gerade vor dem Residuum Angst? Dem, was in der Statistik ganz klein und unbedeutend aussieht?

Unsere working assumption: Schweinegrippe "pur" ist nicht so schlimm, lieber gegen die möglichen Komplikationen impfen. Dh Grippeimpfung ja, Pneumokokken-Impfung hatte sie sowieso schon voriges Jahr, und Schweinegrippe-Impfung also nicht. Schau mer einmal, was wir in 1-2 Monaten dazu sagen...

Geschenkwahn


Was schenkt man seinem Kind zu Weihnachten? MUSS man überhaupt was schenken? Sie ist eh noch so klein, dass sie das Konzept von Weihnachten = Geschenke eh noch nicht versteht. Außerdem hat sie eh schon so viel Zeug. Wenn sie neues Spielzeug braucht (weil sie sich weiterentwickelt hat und sie nun andere Dinge interessieren), kriegt sie was. Und wahrscheinlich ist das Auspacken (und wieder-Einpacken) eh spannender als das damit-Spielen. A la "Peter's friends", ein sensationeller Film aus Anfang der 90er, wo der Vater zum einjährigen Sohn sagt: "PLEASE play with the tractor that's cost 50 pounds and not with the box it came in!"

Was sagt der schlaue alphamummy-blog dazu?
genau! Gar nicht erst schenken! oder alles weghauen!

und momentan ist sowieso nichts so interessant wie das Bücherregal (siehe Foto). "Neeeein! Wo sind DEINE Bücher? Das sind die Bücher von der Mama, die darfst du nicht anschauen. Schau dir DEINE Bücher an. Dort drüben. Neeeeein! Neeeeeeein!"

Vielleicht sollt ich meiner Tochter einfach eine Stunde ungestörten Zugriff aufs Bücherregal schenken?




Dienstag, 10. November 2009

Kinderyoga

Wie kann man berufstätig sein, genug Zeit für Kind und Mann haben und ab und zu auch noch in den Yogakurs gehen? Seit Monaten habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich ins Yoga gehe (weil ich ja mein Kind zu wenig sehe) und ebenso ein schlechtes Gewissen, wenn ich NICHT ins Yoga gehe (weil ich ja meinen Körper vernachlässige).
Eine Alternative: Yoga im Kinderzimmer. Heute Abend ausprobiert. Das Fazit:
* Für ein Kind ist das die perfekte Unterhaltung. Der Sonnengruß (Surya Namaskar) z. B. ist ja super. Zuerst zuschauen, dann unter dem "abstrebenden Hund" durchkriechen und dabei ganz viel kreischen vor Freude.
* Bei den ganzen Sitzübungen wie z. B. Marichyasana hat der Yogi dafür aber seine Ruhe.
* Schwieger wird es eher bei Übungen, wo man hinter sich etwas Platz bräuchte, wie z. B. Halasana (Pflug) - da will man gern vom Schulterstand runter gehen, aber leider sitzt hinter einem das Kind. Oder es zerrt gerade an der Matte herum.
* Beim Kopfstand (Shirsasana) hatte ich interessanterweise keine Einmischung, da war meinem Kind wohl schon fad (Gesichtsausdruck:"ok die Mama ist grad komisch drauf, egal, blätte ich doch lieber in meinem Buch...")
* Shavasana (Totenstellung = finale Ruheposition) war wieder super. Da kann man der Mama in der Nase bohren oder an den Schnüren der Yogahose ziehen. Währenddessen kriegt die Mama einen Lachkrampf.
Alles in allem: sehr witzig.

Sonntag, 8. November 2009

Interessanter Blog

Hier eine Neuentdeckung zum Thema Vereinbarkeit von Job und Familie:


Viel Spaß beim Schmökern und sich-inspirieren-Lassen!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Faule Eltern sind super Eltern

Aus einem neuen Bestseller in den UK - "The idle parent" von Tom Hodgkinson (ISBN 978-0-241-14373-5):

"The boredom of the young mother is life-wrecking, mad-making. [...] Because - I say again - motherhood is a myth and woman was not made to shop, clean and burble at baby all day on her own. She needs to combine motherhood with other creative activities and sociability. The non-working mother is another myth, or at least the intervention of the Victorian imagination: it was then a sort of status symbol to have a swooning, trussed-up, inactive wife. But this is an anomaly. Everywhere else in the world, and in history, women have worked. They have worked alongside their husbands in the fields: medieval woman was equal to man in this respect. Women were breer-brewers, bread-bakers, gardeners, businesswomen." (S.24/25)

Wie wohl es tut, so etwas zu lesen. Was nicht heißt, dass ich jeden Satz in diesem Buch mittragen würde. Der Hass auf den Kapitalismus finde ich beispielsweise manchmal etwas mühsam. Aber allein das oben erwähnte Zitat war's schon wert! Und die FAZ fasst das recht nett zusammen:

Und zum Abschluß noch ein weiteres nettes Zitat (S. 180): "The idle parent will never sacrifice him- or herself to his or her children. He will carry on with his own life and the kids will learn and grow in the slipstream. But he will respect his little creatures and observe their ways with interest. [...] Rather than trying to follow a list of somebody else's rules, we must concentrate first and foremost on our mental attitude towards the children."

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Minitrip mit Kind


Ein paar Erfahrungen von unserem Minitrip nach London:

Den Bugaboo einfach nur der Länge nach in ein black cab stellen. Klappt super und Caroline liebts.
Busfahren geht ebenso problemlos.
UBahnfahren mit Kinderwagen erfordert 2 Erwachsene, leider.


Chinatown, Covent Garden etc sind für ein kleines Kind total faszinierend.

Stadtkinder schlafen bei starken Geräuschkulissen wie HMV oder Selfridge's super.

Londoner allgemein waren total nett, hilfsbereit, haben mit Caroline herumgeschäkert etc. Der Höhepunkt war ein chinesisches Lokal in Soho - permanent Aufmerksamkeit von den Kellnern und 3 Lollies!

Wickelmöglichkeiten sensationell.
1. Rang: Heathrow Airport. Der Wickelraum ist ca 20m2 groß, zusätzlich hierzu noch eine Toilette. Und eine extrem kreative Lösung für das Problem: "was mach ich mit dem Kind, wenn ich auf die Toilette geh, das Kind aber nicht am unhygienischen Boden herumkrabbeln soll?" - siehe Foto.

2. Rang: Fortnum's (das Kaufhaus, in dem die Queen angeblich einkaufen geht): Der Raum hat ca 15m2, extrem langer Wickeltisch, auf den noch ein großes Kind draufpaßt. Luxuriöse Seife. Ebenso luxuriöse Handcreme.

Beim security check in Heathrow unglaublich kooperatives Personal: wir mußten unsere schlafende Tochter nicht aufwecken, sondern konnten mit dem Kinderwagen durchfahren und Caroline und der Kinderwagen wurden ganz ganz vorsichtig abgetastet. Super.

Am Rückflug aber leider Erfahrung mit dem sprichwörtlichen goldenen Wienerherz. Der Flieger ist ausgebucht, wir haben Mittel- und Fensterplatz, Caroline muß auf unserem Schoß sitzen. Dann kommt ein Typ im Anzug daher, sieht uns mit dem (ruhigen) Kind und ruft so oberwichtig-genervt: NA SUPER!
Auf meine Beschwichtigung, dass wir alles versuchen werden, damit unser Kind so wenig wie möglich stört, reagiert er nur mit sooo subtilen Andeutungen, dass ER zwar Kinder hätte, aber nie auf die Idee gekommen wäre, mit so einem kleinen Kind ins Flugzeug zu steigen... und dass er seinen Kindern einen tragbaren DVD-Spieler gekauft hätte, "und dann ist alles, was ich während einer 9 Stunden Autofahrt hör, ist, Papa, ich brauch eine neue DVD".
Und so weiter und so fort.
Wenn ich im Kostüm neben ihm gesessen wär, hätt er sicher vor mir gebuckelt, dieses Würstl.
Ehrlichgesagt, als Caroline dann 10min durchgeschrien hat, hat SIE mir natürlich leid getan, aber IHM hab ichs gegönnt.

Wissen Sie was, lieber Mitreisender? In ein paar Monaten fahren wir wieder hin!


Dienstag, 6. Oktober 2009

Moritz Bleibtreu und die schwarzen Puppen

2 Erlebnisse:

1) Kürzlich in einem renommierten Wiener Spielzeugladen: meine Tochter bekommt ihre erste Puppe, und um sie gleich zur political correctness zu erziehen, greife ich zu einer Schwarzen. Die Verkäuferin kommt auf mich zu und meint sichtbar fürsorglich, " ich hätt die aber auch in weiß, gell...". Hmm, ging es hier wirklich darum, dem Kunden die maximale Wahlmöglichkeit zu geben? Hätte sie mir wirklich auch eine schwarze Puppe vorgeschlagen, wenn ich mit einer weißen gekommen wär?

2) Moritz Bleibtreu im "Seitenblicke-Magazin" (Printausgabe vom 1.10., S. 24): "Das Wichtigste ist, Kinder als das wahrzunehmen, was sie sind. Man beobachtet immer, wie Eltern vergleichen. "Meiner redet schon" oder "Deiner läuft ja noch nicht". Alles Käse. Der eine macht's so, der andere so, die werden schon alle laufen lernen. Wichtiger ist zu begreifen, was das Kind für eine Seele hat".

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Montag, 28. September 2009

Consultants und Eltern

Es gibt ja den unter Consultants weit verbreiteten Witz, was der Unterschied zwischen einer Prostituierten und einem Consultant sei: http://www.lotsofjokes.com/consulting_prostitute.asp.
Gestern in der Sandkiste, als ich ich mir die kritische Frage stellen mußte: wie bringe ich meiner Tochter bei, dass wir nun bald nachhause gehen werden?, kam ich ins Grübeln.
Jaja, es gibt durchaus auch Ähnlichkeiten zwischen Consultants und Eltern.
* Man muss dem Kunden die unangenehme Wahrheit vorsichtig beibringen
* Man weiß, dass der Kunde natürlich nicht Recht hat, muss aber so tun, als ob
* Man hat ziemlich viele Nachtschichten
* Man verbringt viel Zeit mit Streit-Schlichten
* Man kennt nur noch Leute, die denselben Job haben
* Wenn man mit Leuten zusammentrifft, die nicht denselben Job haben, gehen einem die Gesprächsthemen aus
* Das Gehalt ist doch nicht so hoch
* Man hat immer wieder Phasen, wo man ziemlich stupide Arbeit machen muss
* Der Wagen ist ein Statussymbol

Aber abgesehen davon sind mir natürlich noch nie die Tränen der Rührung eingeschossen, wenn mein Kunde in der Sandkiste einen anderen Kunden schüchtern angrinst und der ihm daraufhin seine Schaufel leiht.

Sonntag, 20. September 2009

Justin-Kevin versus Eugen-Maximilian

Der "Spiegel" hat eine Studie veröffentlicht, (http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,649736,00.html) , deren Ergebnisse Lesern des Buches "Freakonomics" (http://www.amazon.de/Freakonomics-Economist-Explores-Hidden-Everything/dp/0141019018/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1253433686&sr=8-3) schon länger vertraut ist: daß nämlich beim Hören des Vornamen eines Menschen sofort die Vorurteilsmaschine anspringt - egal ob bei Lehrpersonal oder HR-Verantwortlichen. Ein überaus lebhafter Kevin ist verhaltensauffällig, ein Maximilian natürlich nur aufgeweckt.
Das überrascht die werdenden Eltern, die nächtelang Vornamenbücher wälzen, in der Familienhistorie forschen, die Weltliteratur abchecken, sowie sich unauffällig im Freundeskreis umhören, gar nicht. Der Familienname ist nicht wirklich abänderbar, aber in den Vornamen kann man nun alles stecken, was einem wichtig ist:
* was erwarte ich von meinem Kind. Soll es einfach nur glücklich sein, dann nenne ich es Poppy, aber soll es Generaldirektor oder EU-Kommissionspräsident werden, dann doch lieber Eugénie.
* will ich mich von anderen abgrenzen und soll mein Kind dann einen möglichst ausgefallenen Namen haben - wie schade nur, dass wir alle Kinder unserer Zeit sind, dh seltene Namen doch häufiger auftreten als gedacht und dass jeder Name "abwärts" wandert (wie "Freakonomics es ausdrückt: "once a name catches on among high-income, highly educated parents, it starts working its way down the socioeconomic ladder" - S. 201). oder ruhe ich so sehr in mir selbst, dass ich einen Namen nehme, der mir gefällt, der mir einfach immer schon gefallen hat, und es mir egal ist, ob er auf den Top 10 der Liste ist oder nicht.
* wie wichtig ist mir Bildung (griechischer Name), Internationalität (englischer Name), Tradition (altdeutscher Name), Kreativität (Vornamenkombination)?

Schade, ich finde "Tsch-ass-tin" oder "Brittne-i" oder "Tsch-enn-i-ferr" eigentlich ganz hübsch.

Freitag, 4. September 2009

Baby on Board

Früher hab ich mir immer gedacht, wieso diese tepperten Aufkleber.

Kevin-Justin an Bord.
Laura-Lisa-Lena fährt mit.

Ist mir doch egal. Glauben sie, dass ich wie ein Rowdie fahre und mich so ein Aufkleber disziplinieren soll? Oder sind sie so stolz auf ihre supertolle Namensgebung, dass sie sie ungefragt der ganzen Welt mitteilen müssen?

Aber seit einer sommerlichen Autofahrt, wo mein Stresslevel ungefähr dem von Lewis Hamilton während des alles entscheidenden Überholmanövers entsprach, weiß ich: diese Aufkleber sollten in Wirklichkeit heißen:

Achtung, ich hab ein schreiendes Kleinkind an Bord, das zum hundersten Male sein Fläschchen auf den Boden geworfen hat, mein Beifahrer ist schon total verzweifelt, weil er das Kind nicht ruhig kriegt, wir sind hier mitten in einem Tunnel und können nicht stehen bleiben, das in-die-Hände-Klatschen, Singen und mit-der-Puppe-Herumwackeln hat nicht funktioniert, nun heißt es Augen zu und durch bis zur nächsten Haltemöglichkeit, also lieber Hintermann, bitte entschuldige, wenn ich momentan nicht ganz zurechnungsfähig bin, und halte lieber doppelten Sicherheitsabstand.

Sonntag, 23. August 2009

Samstag Abend junger Eltern

Früher, da ging man am Samstag Abend auf die Pirsch. Heutzutage wartet man erschöpft, bis das Kind endlich schläft (wie schaffen es andere Eltern, ihre Kinder um 19.00 im Bett zu haben? naja dafür stehen schon um 5h früh am Gitterbett und rattern an den Stäben. Bei uns passiert das üblicherweise erst um 6.30). Dann wird aus dem riesigen Repertoire an noch nicht gesehenen Filmen, TV-Serien etc der aktuelle Favourite rausgezogen.
(Kleiner Tipp am Rande: ohne DVD-Recorder geht gar nichts. Denn üblicherweise plärrt der kleine Liebling besonders dann, wenn es im Fernsehen richtig spannend wird. Und Kino wird sowieso zu teuer, wenn man den Babysitter mitbezahlen muss.)

Anyway, Grey's Anatomy, große Tragik, das kleine Mädchen stirbt und niemand kann was dagegen tun. Nicht einmal Bailey.

Wir (nicht Bailey und ich, sondern mein Mann und ich) sitzen am Sofa und heulen. Kaum hat man selbst ein Kind, ist es quasi unerträglich, auch nur einen Film zu sehen oder einen Zeitungsartikel zu lesen, in dem ein Kind mißhandelt wird, schwer krank ist oder gar stirbt. Man wird dünnhäutig.

Jaja früher hat man geheult, wenn man Liebeskummer hatte. Heute heult man, weil einem die Angst ums Kind manchmal die Kehle zuschnürt. Und schleicht sich dann gemeinsam leise ans Bett und schaut dem kleinen Schatzi beim Schlafen zu.


Coole Kindermöbel

Jenseits des IKEA- und pastellfarbenen Einheitsbreis à la Prinzessin Lillifee gibts Gott sei Dank einen Lichtblick: Möbel, die dem Kind Kreativität lassen, vielseitig verwendbar sind, deren Farben nicht sofort das ganze Zimmer erschlagen, die mit dem Kind mitwachsen etc etc.

Da lacht das Elternherz, und wie man am Foto sieht, das des Kindes ebenso.


Samstag, 15. August 2009

Ohne Kommentar

Die geheime Gefühlswelt berufstätiger Mütter

Gestern beim Frühstück mit einer jungen Mutter, die wieder kurz vor der Rückkehr ins Büo steht, wurde mir einiges wieder bewußt, das ich unter der Woche vielleicht doch verdränge:
* Ich muß jeden Tag meine "Mamabatterien aufladen", sprich meine Tochter auf den Arm nehmen, sie spüren. Selbst wenn es nur ein paar Sekunden sind.
* Wenn ich abends länger arbeite, erst nachhause komme, wenn meine Tochter schon schläft, und in der Früh vielleicht auch noch wenig Zeit für sie hatte, verursacht dies fast Entzugserscheinungen. Da freue mich fast schon, wenn Caroline nachts aufwacht!

* Die Angst, dass mein Kind andere Bezugspersonen genau so lieb hat wie mich, oder gar mehr, ist immer da. Aber sie ist der Preis der Freiheit.
* Für eigene Hobbies wie Yoga bleibt wenig Zeit. Die Tatsache, dass ich mir die Freiheit herausnehme, ins Büro zu gehen, muss genügen. Dann um 18.30 in eine Yogaklasse zu gehen und wertvolle 1 1/2 Stunden mit meiner Tochter zu versäumen, mache ich kaum.
* Bei meinem ersten großen Termin nach der Rückkehr aus der Karenz war ich sehr nervös, irgendwie war ich diese kompetitive Welt nicht mehr gewohnt. Aber wenn man dann wenige Stunden nach der (übrigens sehr erfolgreich verlaufenen) Vorstandspräsentation in der AKH-Notaufnahme sitzt, relativiert das vieles.
* Wenn ich andere Kinder beobachte, die schon gehen können oder die schon einen größeren Wortschatz haben, kommt doch das schlechte Gewissen wieder hoch. Vielleicht hätte ich doch länger zuhause bleiben sollen? Mit diesen Selbstzweifeln muss man wohl umgehen lernen...

Würde ich mich wieder für eine rasche Rückkehr ins Büro entscheiden? Ja, ich merke, dass meine Berufstätigkeit uns allen gut tut - Mutter, Vater, Kind, Großeltern...

Freitag, 7. August 2009

Die Entdeckung der Kinder

Interessant, wie sich in den letzten Wochen die großen Zeitungen / Zeitschriften aufs Thema Kinderkriegen stürzen:

Der Standard hat eine Serie gestartet namens "Wie leben, wenn das Baby da ist?" - nur leider, daß er sich gleich wieder ins Out schießt, indem er die Serie unter "DieStandard" platziert (als ob nur Frauen Kinder kriegen) und nicht unter die Rubrik Bildung oder Gesundheit.

Da lob ich mir die Presse, die schon seit Monaten eine Reihe zum Thema Kindererziehung hat, unter der Überschrift "Bildung". Aktueller Beitrag z.B.:
http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/500747/index.do?from=gl.home_bildung

Der Spiegel widmet doch glatt einen ganzen Titel dem Thema "die große Sorge um die lieben Kleinen" - wobei es aber mehr um Kindererziehung denn Kinderkriegen zu gehen scheint (werd ich mir aber trotzdem kaufen).

Und dass Geri Halliwell (wir erinnern uns, das etwas pummelige Spice Girl, das dann zum dürren Yoga-Guru und schließlich Mama wurde) zugibt, dass sie zwar noch gern ein Kind hätte, aber bitte ohne das dazugehörige Babyalter- und dafür NICHT von der gesamten Presse zerrissen wird, ist ein kleiner Trost.

Und letztens hat man die Übermama aller Nationen, Heidi Klum, doch glatt auf einem Foto gesehen, wo abgesehen von ihrer Mutter noch zwei weitere Frauen abgebildet waren, die doch nur Nannies gewesen sein können!

Ja Wahnsinn. Kann es sein, dass hier eine echte Trendwende stattfindet?!

Samstag, 1. August 2009

Schlechte Nachrichten für die Muttermilchfetischisten

Entschuldigung für den doch sehr pointierten Titel. Aber mir geht dieses Getue ums Stillen wirklich auf die Nerven. Ja, wenn es klappt, ist es sicher eine gute Sache, aber man sollte es nicht überbewerten. Liest man Publikationen wie von "La Leche Liga", so kommt einem vor, man sollte sein Kind am besten ins Waisenhaus geben (oder gar nicht erst bekommen), wenn man nicht mindestens so lange stillt, bis es selber "nein danke" sagen kann.

Aber wie so oft in Diskussionen, die sich ums Thema Kinder / Mutterschaft drehen: wo sind die Fakten?

Hier bitte:
http://www.timesonline.co.uk/tol/life_and_style/health/article6719696.ece

Hier ein paar Auszüge:
"Michael Kramer, a professor of paediatrics who has advised the World Health Organisation and Unicef, said that much of the evidence used to persuade mothers to breastfeed was either wrong or out of date."

und:
"Evidence that breastfeeding protects against obesity was flawed, he said.“The evidence it protects against allergies and asthma is also weak. And there is very little evidence that it reduces the risk of leukaemia, lymphoma, bowel disease, type 1 diabetes, heart disease and blood pressure.""

Das heißt: jede Frau, die sich gegens Stillen entscheidet - aus welchem Grund auch immer - , sollte sich nun hoffentlich etwas erleichtert fühlen.

Samstag, 18. Juli 2009

Mama super, Papa Trottel

wieder einmal ein echt debiler artikel, der zu recht in den kommentaren sein fett abgekriegt hat:

http://timesonline.typepad.com/alphamummy/2009/07/why-mummies-should-never-leave-daddies-in-charge.html

der ach so unfähige vater wird für ein paar stunden mit den zwei kindern allein gelassen. natürlich regiert das chaos. der vater ist ja so hilflos. die mutter kann ja alles besser, und damit sie sich das nächste mal wirklich nicht mehr traut, ein paar stunden freiheit einzufordern, macht er gleich absichtlich alles falsch, was nur geht.

in mir löst so ein artikel einfach nur ärger aus. das thema "unfähige männer" ist nun wirklich schon genug breitgetreten. neue erkenntnisse bietet der artikel nicht. das einzig interessante daran sind die kommentare:
da stellen sich gott sei dank endlich einmal die männer auf die hinterbeine und fordern ein ende der stereotypen betrachtung. es gibt durchaus alleinerziehende männer. es gibt durchaus hausmänner. es gibt durchaus männer, die genauso viel zur kindererziehung beitragen wie frauen. es gibt durchaus männer, die durchaus mit ihren kindern umgehen können, ohne sie sofort mit schokolade zu bestechen oder sie mit der glotze ruhigzustellen.

wie wärs mit einem artikel, der zeigt, dass männer genauso gut (oder sogar besser?) mit kindern umgehen können - anstatt zum 100. mal die show "mama ist super, papa ist ein trottel" abzuziehen?

Montag, 6. Juli 2009

Gerichtsurteil

Heute eine nachricht in den online-medien: ein vater hat sein 2monate altes kind so stark geschüttelt, dass es schwerste verletzungen davongetragen hat. ob dauerschäden bleiben werden, ist noch offen. er wurde verurteilt zu 12 monaten haft, davon 3 unbedingt.

http://tt.com/tt/home/story.csp?cid=10438817&sid=57&fid=21
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/492982/index.do?_vl_backlink=/home/panorama/oesterreich/index.do

beim lesen des ersten absatzes überschwemmt mich die übliche reaktion: unglauben. wut. unglaublicher zorn. wie kann man seinem kind das nur antun? ist es nicht schon allgemein bekannt, was schütteln anrichten kann?

und dann der letzte absatz: der vater war vollkommen ausgelaugt. das baby hat ein älteres, behindertes geschwisterchen. die mutter eine starke depression und immer wieder in der psychiatrie. der mann war fertig. er konnte nicht mehr.

und auf einmal: mitleid.

und dann wieder zorn: und wo ist hier das umfeld? wo ist das sozialamt? wo ist eine pflegeunterstützung? wie KANN man nur den armen mann allein lassen??? ich weiß noch, wie gaga wir waren wenige wochen nach der geburt. und wir waren zu zweit. und wir hatten nicht noch ein behindertes kind zu betreuen.

und was wird getan für frauen, die gefahr laufen, eine postpartale depression zu bekommen? ein paar links, ein paar infos, immerhin. aber der mutter-kind-pass verdient seinen namen nicht. er ist ein KIND-pass. solange das kind noch im mutterleib ist, muß man ja leider zwangsläufig die mutter mituntersuchen. aber danach, kaum ist es rausgeplumpst, zählt die mutter nicht mehr. wie wär's mit einer hebamme, die nach ein paar wochen vorbeischaut etc. oder einem verpflichtender termin beim gynäkologen...?

Freitag, 3. Juli 2009

Einfach nur Papa

Ein weiterer sehr interessanter Artikel:

http://timesonline.typepad.com/alphamummy/2009/06/dad-no-qualification-required.html

Solche Väter scheinen immer noch die Ausnahme zu sein. Frauen kriegen einen ganz verliebten Blick, wenn mein Mann sein Essen im Restaurant kalt werden läßt, um unsere Tochter herumzutragen...

Babys im Flugzeug

Freitag Nachmittag, und ich surfe ein bisschen nostalgisch im Internet. Lass uns doch einmal The Times lesen. Nach drei Jahren in London bin ich immer noch ziemlich anglophil.

Und da gibts einen interessanten Artikel zu Babys im Flugzeug (wobei ich aber mit der Idee, seinem Kind Schlaftabletten gebe, nicht happy bin):
http://www.timesonline.co.uk/tol/travel/your_say/article6583640.ece

Hierzu ein Erlebnis in Heathrow Airport:
Man stellt sich mit Kind, Kinderwagen, Handgepäck etc in die lange Reihe zum Security Check. Natürlich kommt niemand auf die Idee, einen vorzulassen. Ich denk mir, naja, wenn sie losplärrt, will auf einmal keiner mehr in der Schlange mit uns stehen...
Nun also zum Security Check.
Kinderwagen falten und durch den Scanner.
Mit dem Baby durchgehen.

Danach gehts zur Kontrolle der Wickeltasche:
Jede einzelne Flüssigkeit vorkosten. Etwas schwierig bei heißem Wasser, das direkt aus der Thermos kommt. Ich vergeude kostbares Wasser, um eine Trinktemperatur zu erreichen.

Babymineralwasserflasche (!!!) wegwerfen, da sie 250ml ist.

Ich darf nur Flüssigkeit für 2 Fläschchen mitführen. Was ist bitte, wenn der Flug Verspätung hat, unser Gepäck nicht sofort auftaucht?? Diskussion zwecklos.

Streit um die Thermoskanne. Der Mitarbeiter will sie konfiszieren. Nach langer Diskussion muß ich sie entleeren (etwas Wasser konnte ich in ein Fläschchen umfüllen), dann wird sie mir abgenommen, in einem separaten Raum untersucht, bekommt einen ganz wichtig aussehenden Aufkleber und wird mir, als würde hier hochexplosives Material transportiert, ganz ganz voooorsichtig wieder zurückgegeben.

Wenn ich das heiße Wasser aber nicht in der Thermos aufbewahren kann, wird es kalt. Wie komme ich hier bitte zu heißem Wasser? Sagt doch der Security Typ allen Ernstes, ich soll mir im Restaurant oder an Bord einfach heißes Wasser geben lassen. Schon mal was davon gehört, dass man einem Kind unter 12 Monaten nur abgekochtes Wasser geben soll? (Gott sei Dank war unsere Tochter schon 14 Monate, aber mir gings ums Prinzip).
Darauf hieß es, well I didn't make the rules.

Enjoy your flight.

Dienstag, 30. Juni 2009

Männer und Kinderbetreuung

Angesichts der Einführung einer weiteren Kindergeldvariante in Österreich - wir folgen wieder einmal mit der typischen Verspätung unseren deutschen Nachbarn - stellt sich die Frage, warum es bisher so wenig männliche Kindergeldbezieher gab/gibt.
Zu den möglichen Ursachen hier ein interessanter Kommentar:
http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/491209/index.do?from=suche.intern.portal

Der Mangel an verläßlichen und leistbaren Kinderbetreuungsoptionen spielt sicher eine große Rolle. Und die Tatsache, dass Österreich noch immer einem sehr traditionellen Rollenbild verpflichtet ist.

Folgendes hätte ich dem noch hinzuzufügen:
  • Ein einkommensabhängiges Kindergeld mag zwar den Verdienstausfall abdecken - oder zumindest teilweise -, aber nicht die doch sehr hohen Mehrkosten, die durch das Kind entstehen. Das heißt, im Zweifelsfall werden die Eltern ein nicht noch ein größeres Loch ins Familienbudget reißen, sondern sich für die Variante entscheiden, die (wenn auch nur kurzfristig!) unterm Strich mehr Cash bringt.
  • Angst der Männer, sich die Job- oder Karrierechancen zu verderben, wenn sie aufmucken und Kinderbetreuungszeit beanspruchen wollen. Angesichts der Geburt des Kindes und des Wegfalls eines Gehalts steigt sowieso schon die Existenzangst der Männer. Also wird tunlichst alles vermieden, was den Chef verärgern könnte (auch wenn manche Ängste durchaus übertrieben sein dürften).
  • Gehaltsunterschiede zwischen den Partnern - wenn der Mann eine Führungsrolle hat und die Frau Physiotherapeutin ist, na wer wird dann in Karenz gehen?
  • Die Tatsache, dass nicht ein Partner in Karenz und der andere in Elternteilzeit sein kann (!), macht dies für denjenigen Partner, der in Elternteilzeit ist (also meistens die Mutter) definitiv unattraktiv. Gerade in wirtschaftlich schwachen Zeiten kann die Elternteilzeit durchaus wichtig werden.
  • Viele Paare diskutieren dies einfach nicht durch - die Frau weiß noch nicht ganz, was sie will, oder ist von Anfang an desillusioniert, und der Mann ist sich unsicher und will sich nicht aufdrängen.
  • In einem der raren Momente der Ehrlichkeit geben die Eltern durchaus zu, dass 8-10h im Büro zu hocken WESENTLICH bequemer ist als sich 8-10h um ein Kind zu kümmern. Warum sollte der Mann also etwas verändern, das ihm vertraut ist, prestigeträchtig ist, mehr Kohle bringt und bequemer ist?
  • Nicht zu vergessen die Genügsamkeit der Frauen - so quasi ich hab mir mein Bett gemacht (und bin schwanger geworden), jetzt muss ich drin liegen (und alles akzeptieren, mit dem ich hier konfrontiert werde - und dieses Verhalten steigt, je weniger Geld die Frau karenzbedingt nachhausebringt!).
Wirklich ändern wird sich erst etwas, wenn Kinderbetreuung mit rationalen Augen gesehen wird: ohne hysterische Mutterkuh-Liebe, ohne Konkurrenzkampf zwischen den Eltern, mit großem Respekt vor der Leistung derer, die sich um die Kinder kümmern und mit etwas mehr Entspanntheit. Das einkommensabhängige Kindergeld ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei weitem noch nicht ausreichend.

Mittwoch, 24. Juni 2009

2 links

Ein guter link, den ich den leserInnen in österreich nicht vorenthalten will:
www.karenz.at
zb in welches lokal kann ich mich definitiv mit meinen plärrenden gschroppen hineintrauen, ohne schief angeschaut zu werden. jobs. kinderbetreuung. kontakte zu ärzten und hebammen.

als vergleich dazu ein weniger guter link:
www. junge-vaeter.at
"Derzeit ist es das einzige Service, das sich mit grundlegender Säuglingspflege und Gesundheitsthemen befasst, das speziell auf die Bedürfnisse von Männern ausgerichtet ist."
mir ist nicht ganz klar, was die bedürfnisse der männer sein sollen. ok stillen und wochenbett können wir ausklammern, aber sonst? hat ein vater ein anderes bedürfnis beim wickeln, kind-herumtragen etc? vielleicht ist es ihm egal, ob das baby vom wickeltisch fällt oder die windel so stinkt, dass man am liebsten umkippt? vielleicht achtet er eher auf die prozessoptimierte durchführung des wickelprozesses, inklusive benchmarking aller meilensteine?

abgesehen davon stößt mir folgendes etwas übel auf: kann eine firma wie zb bayer mir neutrale und nicht absatzmaximierende tipps geben? vielleicht bin ich ja zynisch und weltverachtend, aber ich zb hab während der gesamten babyzeit nicht gehört, dass man sein kind nach jedem wickeln eincremen soll...(und raten Sie, mit welcher creme...)

aber wer gern ein bisserl spielen will, kann sich ja das online-lernpaket anschauen...
nach dem motto: boys with their toys.

Samstag, 20. Juni 2009

Kind bringt Kohle

Gerade erst wieder retour aus dem Urlaub, neben der (mittlerweile kalten) Pizza, versucht man einen Ausgleich zu finden zum Information-Underflow der letzten Tage. Und findet man da nicht originelle Artikel?!
Da wird ein 2jähriges Kind zum Superstar hochstilisiert. Sie malt abstrakt. Sie hat eine eigene Homepage und Ausstellungen. Und der/die LeserIn fragt sich, ist heute der erste April oder ist an unserem Kunstbetrieb generell was falsch?
http://aelitaandreart.com/Site/Home.html

Aber haaaalt. Moment! Das klingt doch gar nicht so schlecht... Leider ist meine Tochter noch nicht so weit, dass sie superkreativ malt. Aber ich könnte folgendes probieren:
* ein paar Windeln nehmen, sie zwecks Geruchsneutralisierung hinter Glas legen und sie als postmoderne Kapitalismuskritik deklarieren
* ihr ohrenbetäubendes Gekreisch (Hunger / volle Windel / Langeweile) mit ein paar Beats hinterlegen und als neue Lady Gaga vermarkten
* ihre Schnarchrhythmen aufnehmen und als Einschlafhilfe für Neugeborene verkaufen - sweet dreams with babysnore

A propos Babysnore. Gute Nacht. Am Ende des Urlaubs ist das Kind überdreht, die Eltern hingegen ko. Nach dem Motto: Kind fit, Eltern fertig. Aber macht nix. Solang das Kind mir irgendwann einmal eine Villa kauft mit den Millionen aus seinem Schnarchimperium...

Donnerstag, 11. Juni 2009

Preisunterschiede

Uebrigens, fuer alle, die jemals vorhaben, mit ihrem Baby nach Italien zu fahren:
The good news: die Italiener sind wirklich kinderlieb.
The bad news: Pampers kosten doppelt so viel wie bei uns und Flaeschchenpulver um die Haelfter mehr. Und Wickelplaetze gibts sowieso keine.
Aber das macht nix, wenn alle dein Kind anhimmeln!

Baby im Restaurant

Frueher hat man diese unverschaemten Eltern, die ihre plaerrenden Baelger mit ins Lokal mitnehmen, gehasst. Heute zaehlt man selber dazu.
Man gibt sich selbst einen Orden fuers Einhaendig-Schnell-Essen. Die andere Hand braucht man, um das Kind am Runterfallen / Teller-Runterziehen / Salzstreuer-Zerstoeren etc etc zu hindern.
Wenn man ein kindertaugliches Essen gefunden hat, das nicht binnen einer halben Sekunde den Gesichtsausdruck "hilfe, die wollen mich vergiften" hervorruft, gibts Pluspunkte.
Wenn das Kind bei den anderen Gaesten ein Laecheln hervorruft, ist man sowieso der Hero.
Und wenn man selber dann auch bis zum Dessert kommt und das Kind in der Zwischenzeit brav auf der Decke spielt oder gar eingeschlafen ist, fuehlt man sich endlich einmal wie eine Supermama. Bitte, geht doch!

Samstag, 6. Juni 2009

Und, geht sie schon?

Sag einmal, wie alt ist deine Tochter jetzt?
14 Monate.
Aha, und da geht sie natürlich schon, gell?
Ähhhh... leider nein.
Schweigen.

Ja, sie ist 14 Monate alt, und sie robbt.
Wir machen uns Sorgen, wir haben schlaflose Nächte verbracht, das Herz tut uns weh, wenn wir Kinder sehen, die gleich alt sind oder jünger, und die in ihrere Entwicklung schon genauso weit oder weiter sind. Wir waren bei Kinderärzten, Osteopathen, Physiotherapeuten. Wir tun alles, was wir können.

Nein, eine Sache könnten wir noch tun:
Ihr ein T-Shirt basteln, wo draufsteht:

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

Donnerstag, 4. Juni 2009

To Expo or not to Expo, das ist hier die Frage

Am Wochenende gibt es in Wien wieder die jährliche Baby-Expo - ein Event, um das Normalsterbliche, d.h. nicht-gerade-im-Fortpflanzungsmodus Befindliche, natürlich einen riesengroßen Bogen machen würden. So wie Ikea am Samstag.

Ich ges
tehe, ich persönlich war nie auf einer Baby-Expo, aber ich bitte, hier ausnahmsweise meinem Beispiel nicht zu folgen. Gehen Sie auf die Baby-Expo. Schauen Sie sich die Babyfläschchen an, fahren Sie Kinderwägen Probe, reden Sie mit ein paar Hebammen, wickeln Sie um die Wette - und schauen Sie doch auch bei den Business Mamas vorbei. Stand 214. Da finden Sie erstens ein paar wirklich nette Leute mit guten Ideen, und zweitens ein paar Folders zum Projekt Baby. Stundenlang hab ich abends gedruckt und gefaltet! Also, nehme Sie ein paar Folders mit und geben Sie sie Ihren Freundinnen und Freunden.
So, genug geworben. Caroline
hat wohl eine volle Windel und ist doch glatt um 23.00 nochmals munter geworden. Und ich kann nicht schon wieder die ganze Arbeit dem Papa überlassen. Er hat sich eh schon heut abend auf sie aufgepaßt, als ich im Yoga war. Den Folder-Falt-und-Druckstress abbauen.


Ja, Schatzi, ich komm gleich, nicht schreien...!

Montag, 1. Juni 2009

Bericht zur Lage der (Wickeltisch-)Nation

Gestern Nachmittag in der Wiener Innenstadt: Eis essend, elegant-locker einhändig den Kinderwagen navigierend. Auf einmal das schon bekannte, sich rasch steigernde Gemecker: eine volle Windel. Ojeoje. Öffentliche Toiletten? Vergiß es. In ein Café oder Restaurant gehen? Dort sind sie meistens total überfordert; in 90% der Fällen gibt es sowieso keinen Wickeltisch. Und falls doch, dann ist er natürlich im Untergeschoß (klarerweise nur auf der Damentoilette, was meinen Mann schon öfter in Verlegenheit gebracht hat). Wieder einmal perfekt durchdacht: wo läßt man währenddessen den (teuren) Kinderwagen? Und wissen die Architekten nicht, dass es der Albtraum jeder Eltern ist, mit dem Kind im Arm eine rutschige Treppe hinunterzugehen? Alternativ ist der Wickeltisch in der Behindertentoilette, die aber so knapp dimensioniert ist, dass entweder das Kind im Kinderwagen ODER der dazugehörige Elternteil hineinpaßt.
Das erinnert mich an unseren Kurztrip in die alte Heimat London: hier gibt es in fast jedem Lokal einen Wickeltisch, entweder in einer Behindertentoilette, die tatsächlich verwendbar ist, oder jeweils in der Damen- UND Herrentoilette. Der ultimative Luxus ist allerdings der sogenannte "parents' room" bei Peter Jones am Sloane Square: ein riesengroßer Wickelraum, in dem bequem drei Kinderwägen Platz haben, mit Stillmöglichkeit, drei Waschbecken, sanfter (nicht blendender) Beleuchtung, Wickelauflagen (auf die man dann seine eigene breiten kann...), Feuchttüchern. Da lacht das Elternherz!

Zum Ausklang noch ein etwas skurriles Erlebnis auf einer Autobahn in Hessen, im Winter:
Klassischerweise 10min, nachdem wir das Haus meiner Schwiegereltern verlassen haben, gibts eine volle Windel. Also zur nächsten Raststation. Draußen schneit's. Unsere Tochter (damals 10 Monate) hat natürlich im Auto keinen Mantel an oder eine Haube auf. Das heißt, so schnell wie möglich zur Raststation hechten, das Kind unterm Arm. Die Toiletten sind - richtig geraten: im Untergeschoß. Abgeschlossen.
Das heißt, wieder hinauf und nach links in den Schankraum hinein.
Entschuldigung, ich bräuchte bitte den Schlüssel für den Wickelraum.
Da müsse Se zu dä Danggstelle gehe, wir ham dafür kaine Schlüssel!
Ungläubiges Kopfschütteln. Also raus in den Schnee, ums Eck zur Tankstelle. Das Baby unterm Arm wird immer unruhiger. Hoffentlich falle ich nicht hin im Schnee.
Entschuldigung, ich bräuchte bitte dringend den Schlüssel für den Wickelraum.
Den ham wir nedd. Da müsse Se zum Restaurangg gehe.
Von dort komm ich gerade, die haben mir gesagt, ich soll zur Tankstelle gehen.
Du Gündder, habbe wir den Schlüssel von de Wigglraum?
Isch glaub nedd, aber isch schau mal...
Kramt selenruhig im Schlüsselkörbchen, philosophiert über den Verwendungszweck einzelner Schlüssel, während ich versuche, mein Kind halbwegs ruhig zu halten, damit es mir nicht aus den Armen fällt. Schau, ein Motoröl, ist das nicht interessant?
Ah da is er, du schau mal, wir habbe wirglisch de Schlüssel gehabt...
Juhu, endlich.
So, jetzt brausch isch vo Ihne nur noch aine Ausweis, damidd isch Ihne de Schlüssel gebbe kann!
Daraufhin hab ich ihm vorgeführt, dass nicht alle Österreicherinnen charmant sind.

Bad mother

Seit einigen Monaten verfolge ich schon den "Alphamummy"-Blog in The Times, sozusagen als Kontrastprogramm zum konservativen Mutterbild meiner lieben Alpenrepublik.
http://timesonline.typepad.com/alphamummy/
Zuerst war ich vom Begriff "Alphamummy" etwas abgeschreckt und dachte, hier geht es nur um Überdrübermütter, die superdürr und in Designer-Stöckelschuhen zu ihren Elitekindergärten schlendern. Aber viele Beiträge sind echt gut, und man fühlt sich als arbeitende Jungmutter nicht mehr gar so exotisch.
Gestern hab ich eine amerikanische Autorin entdeckt, Ayelet Waldman.
Die Leseprobe von "bad mother" ist sensationell. Check it out:
http://www.ayeletwaldman.com/index.html

Informationsverweigerung

Schon die dritte Schwangerschaft im Freundeskreis, die nach dem gleichen Schema verläuft:
  • Zuerst Informationsverweigerung - als könnte man vor den Tatsachen die Augen verschließen. Was ist so schlimm daran, jetzt schon zu wissen, dass die ersten Wochen mit Baby extrem anstrengend sind?
  • Dann Halbinformation und Mischung aus Größenwahn (wir werden das ganz anders machen, alle anderen Eltern sind nur desorganisiert oder lassen sich von ihrem Kind versklaven) und teils irrationaler Angst.
  • Und auf einmal ein total rationaler Ansatz mit konkreten Fragen, offenem Gespräch und unkompliziertem Meinungsaustausch. So, wie wir unsere Freunde eigentlich immer schon gekannt haben.
Mein Wunsch wäre, dass sich werdende Eltern das Buch kaufen, OBWOHL sie Angst haben. Kinderkriegen ist was Wunderbares, und das, was daran extrem anstrengend und manchmal auch furchtbar ist, kann man in den Griff kriegen. Wenn man die Informationsverweigerung überwindet.